Archiv für den Tag 18/05/2014

Besuch von You 2014 in Frankfurt in Zürich

Wie kann man die Entwicklung des Tee im Europa vorantreiben? Eine gute Entwicklung mit fundiertem Wissen und einem klaren Geist?
Seit einiger Zeit führe ich regelmäßig Teefreunde nach Teeanbaugebiet wie in Yunnan und Taiwan. Aufgrund von der Kapazität kann ich immer nur wenige Teefreunde mitnehmen. Und die mitgehenden Teefreunde müssen meine Temperament ertragen und den Stress der Reise mit erleben. Auch wenn viele Leute oft mitgehen wollen, sage ich oft ab, weil es nicht um die Reiseerfahrung eines Individuums handelt, sondern eher um Tee. Man muss verrückt nach Tee sein, um mit mir auf Reise zu gehen.
Das Beste ist, den Meister nach Europa einzuladen.
You arbeitet seit fast 15 Jahren mit Pu Er Tee, nicht bloss als ein Händler, sondern als ein Mensch, der eine Vision hat. Damals war der Preis von den so genannten Taidi-Cha (Plantage Tee) höher als der Gushu Cha (Tee aus alten Teebäumen, die mindest über Einhundertjahre alt ist) und die meisten Teebauer in den Bergen wussten nicht mehr wie man in der alten Zeit den Tee machte.
Er trug Gusseisenwok in die Bergen, schlief bei den Bauer auf den Boden und ging mit Tee pflücken. Somit wird Vertrauen Stück für Stück aufgebaut, das Wissen über die alte Teeproduktion Schritt für Schritt wieder ausprobiert und entwickelt und weiter gegeben.
Es sieht so aus, dass er am 21. 09. in Frankfurt ein Workshop geben wird. Und am 28.09. in Zürich. Weiter Themen und Details werde ich hier ankündigen.
Wenn Du Dich für Pu Er interessierst, verpasse es nicht.

Neue Ernte, neue Entwicklung 2014

In jeden Frühling hört man wieder aus der Ferne neue Nachrichten über frische Ernte.
Manchmal ein Schock, manchmal ein Trost.
Was gibt es denn in diesem Frühling?
Es gibt keine Trockenheit in Yunnan. Also die Teebäume treiben recht gut in dem frühen Frühling. Ein gutes News.
Dann kam allerdings die Meldung, dass sich die alten Bäume in den Wälder in diesen Jahr anders entwickeln. Normalerweise wachsen alle sechs Wochen neue Trieben und man kann theoretisch immer wieder im Frühling ernten. In diesem Jahr entwickeln die neue Trieben allerdings nur einmal und es ergibt sich eher eine Ernteausfall. In Menghai-Region sieht die Ernte ehr mager aus, das treibt den Teepreis in Yiwu-Region zu neuer Höhe.
Sehr wahrscheinlich ist es eine natürliche Entwicklung, weil die rücksichtslose Ausbeutung von Menschen an den Teebäumen bestimmte Konsequenzen hervorbringen.
Wer weiss, dass es vielleicht ein gutes Zeichen ist, dass die Bäume weniger treiben.
Wenn wir es als Warnsignal wahrnehmen und mit der Natur anders umgehen können und wollen, dann ist ein Verlust immer ein Gewinn.
In diesem Jahr ist der Preis für den Pu Er Tee auf ein Record gestiegen.
You erzählte mir von den astronomischen Preis.
Er sagte aber, dass sich die erfahrende bzw. proffesionellen Käufer in diesem Jahr anders verhält als in dem letzten Recordjahr 2007. Damals stiegen die Preisen von allen PuEr-Sorten.
Diesmal sei es anders. Professionelle Händler verhalten sich recht konservativ und rational, hingegen kamen sehr viele Newcomer auf den Markt, meistens aus dem Finanz-Branchen. Sie verpackten viele Teegarten, in denen alte Teebäume wachsen. Die Firmen kaufen sich gegenseitig die Ernte ab und somit treiben den Preis auf die Höhe, obwohl der Tee eigentlich immer unter bestimmten Hände laufen.
Ich lachte es im Telefon – das hört sich wie die neue Strategie von der Finanzindustrie an. Die Durchschnitts-Dauer von dem Besitz einer Aktien sei – so wie ich Gerüchte in der vergangenen Woche vernommen habe, 37 Sekunde. Mit jedem Wechsel kann der Preis erhöht werden.
Der Ansteig des Preises hängt auch damit zusammen, dass viele Newcomer nicht die Professionalität und das Urteilsvermögen besitzen. Sie kaufen Tee blind, weil sie es zur Geldanlage machen. Ausserdem viele Teehändler, die in Anxi Tie Guanyin Tee handeln, kommen immer mehr auf den Pu Er Markt. Weil es dort verführerische Gewinne zu versprechen sei. Das habe ich in meiner letzten Teereise nach Anxi mit Atong bereits erlebt!
Wir beobachten das Chaos der Entwicklung und Geldgier vieler Spekulanten, blicken aber vertrauensvoll in die Zukunft. You und ich sind Menschen, die gerne das Leben auf Substanz aufbauen anstatt auf Prunk und Schein. Wenn die Blase abplatzen, sind wir immer noch da mit den guten Tee. Wenn die Blase aufbläht, sind wir auch noch da mit den guten Tee, auch wenn wir vielleicht weniger produzieren lassen können und weniger gegen die kapital reiche Spekulanten konkurrieren. Aber weniger ist oft mehr.