Wieder ist der Frühling gekommen

Liebe Meng-Lin
Danke noch einmal für die Begegnung mit Ihrer Teekultur, meine Gedanken sind noch immer bei den Wahrnehmungen, die sich um diese Tassen herum organisiert haben und ich glaube, meine Frage ist, wie immer wieder, auch bei anderen Dingen als Tee, nach der Orientierung in einer endlosen Vielfalt.
Ich praktiziere die Craniosacrale Biodynamik, das ist eine Körpertherapie, die etwas mit Meditation gemeinsam hat. Es gibt in der CB die Haltung der gleichmässig verteilten Aufmerksamkeit und des wertfreien Raums, das Neutral, das der Practioner zu erreichen hat, damit die „Arbeit“ stattfinden kann. Zum Practioner Neutral gehören weitere Dinge, wie die die Ruhezentren, um die herum sich Bewegung organisiert, die Wirbelsäule, das Herz, die dritte Hirnkammer und andere weniger strukturelle Zentren, wie die Flüssigkeitsmittellinie und die Quantenmittellinie. Ich erkenne in dem was Sie den Weg des Tees nennen Ähnliches. In der Biodynamik üben wir uns als Practioner so gut wie möglich darin, alles gleichzeitig wahrzunehmen, nichts zu fokussieren und zu bewerten. Es ist ein Versuch, dem anderen System die Möglichkeit zu geben, sich zu zeigen – und er funktioniert, es gibt die Erfahrung, dass er funktioniert. Wir „machen“ aber nichts mit dem was sich zeigt. Es kommt als weitere Wahrnehmung hinzu und dann warten wir, mit der wir uns wieder ins Neutral setzen. Etwas kann dann geschehen, wovon wir nicht im Voraus wissen, was es sein wird, was wir aber als Bewegung, Wachstum, Entfaltung oder auch Heilung erkennen. Der Unterschied ist, dass wir nicht eine Tasse Tee und das Trinken zwischen uns und den Klienten platzieren, sondern der Klient legt sich auf den Tisch oder setzt sich neben dran und wir legen unsere Hände auf seinen Körper und lauschen, so sieht das von aussen aus.
Macht dieser Vergleich etwas Sinn für Sie?
Herzliche Grüsse
S.

Wie können wir je die Lust am Leben verlieren?
Wieder ist der Frühling gekommen,
Und – Kirschbäume blühen in den Bergen.

So sang der Ryokan einst. So bewundere ich den Duft jedes Mal vor einer Tasse Tee!
Viele viele Leute fragen mich, wie bin ich zum Tee gekommen; wie bin ich hier her gekommen…
Was hat Tee in mir bewegt, so dass ich hier her gekommen bin?
Ich erkenne in der ersten Begegnung mit Cha No Yu, auch wenn ich noch nie ähnliche Praxis hatte, eine Tür, die mir zu etwas öffnen könnte – was ich bis heute immer noch nicht ganz weiss. Trotz Schmerzen und Konfrontation mit der Fremdheit spürte ich eine Kraft, zu glauben, dass es schön sei, zu leben!
Es ist schön am Leben zu bleiben. Es ist schön als eine Frau in dieser Welt zu leben!

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