Unbeständigkeit

We geht es mit dem Geschäft? Diese Frage wird mir oft gestellt. Ich deute den Mond mit meinem Zeigefinger, „so wie der Mond zunimmt und abnimmt.“
Es ist Sportferien. Es war unter der Woche recht ruhig. Aber ich habe heute bis jetzt immer noch keine Zeit Mittagsessen zu nehmen.

Wie geht es mir denn? Wie der Mond?
Diese Frage lässt sich dann nicht mehr so einfach mit einer Leichtigkeit beantworten. Wenn ich meine Unbeständigkeit zeige, was eigentlich eher beständig im Leben ist, haben Menschen wenig Verständnis. Wenn ich als unbeständig bezeichnet werde, bin ich unseriös, unzuverlässig und unberechenbar. Mit einer unberechenbaren Person hat man kaum Mut zusammen zu leben.
Lebe ich mein unbeständiges Leben oder lebe ich für anderen Menschen, um beständig zu sein?
Die Ironie des Lebens ist, dass das Leben eigentlich unbeständig ist. Die Unbeständigkeit ist das Beständige in der Welt. Aber wenn man ein Geschäft betreibt, arbeitet man gegen das Gesetz. Ich sollte beständig sein und das Geschäft sollte beständig wachsen.

Einmal fragte ich Michel, meinen verstorbenen Zenlehrer: „was kann man von einem Zenmeister erwarten?“ Er sagte, „Gar nichts. Ein Zenmeister hat keine Kategorie!“ Michel liess mich oft im Nebel stehen, weil ich seine Handlung nicht berechnen konnte oder nicht deuten konnte. Also, ein Zenmeister ist unbeständig? Er ist unbeständig in gewöhnlichen kalkulierenden Denken, er ist beständig in seinem Sein.

Heute wurde ich wieder mehrfach gefragt, „Ich möchte einen Tee. Haben Sie einen Tee für mich?“
„Natürlich!“ ich bin eine tüchtige Verkäuferin, „Zu welchem Moment trinken Sie den Tee?“

2 Gedanken zu „Unbeständigkeit

  1. Petra

    Zum ersten Mal habe ich vor zwei Wochen Tee aus deinem Laden serviert bekommen! Woher ich das wusste? Der Tee schmeckte so anders. Es war ein rauchiger, herber Geschmack, ein wenig archaisch. Ich trinke selten Tee, aber ich dachte beim ersten Schluck, es muss ein Tee von dieser Frau sein, die dieses Blog schreibt, das ich so gerne lese… Denn der Tee sprach deine Sprache. Nicht süß und gefällig, sondern direkt und unverfälscht, herausfordernd und klar.
    Ich frage also meinen schweizer Gastgeber: Ist das Tee aus Zürich? Von einer Frau, die auch schreibt? Er ging an sein Bücherregal und zog das Buch hervor!
    Ich wohne in Deutschland und komme selten nach Zürich. Aber das nächste Mal komme ich in den Teeladen und bin gespannt, welchen Tee du mir servieren wirst!

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