Archiv der Kategorie: Gongfu Cha (Kungfu Cha) 工夫茶

Duft des Tees

Man könnte viele Beiträge zum Duft des Tees schreiben. Ich möchte heute nur auf drei Dufte eingehen:
Duft von den trockenen Blättern
Duft des Aufgusses
Duft der erkalteten Blätter
Duft eines Tees, der sich beim Aufguss stark entfalten kann, kann sich allerdings innert Minuten verflüchtigen. Dieser Tee ist nicht unbedingt empfehlenswert.
Duft eines Tees, der sich zwar langsam entfaltet und hält sich allerdings lang an. Das ist ein Tee, den wir gerne als feinen Tee bezeichnen. Das ist ähnlich wie Liebe.

Bevor man den Tee aufgießt. Könnte man trockene Blätter in die aufgewärmte Kanne zufügen. Nach 15 Sekunde könnte man den schönen Duft der trockenen Teeblätter genießen. In diesem Moment verrät der Duft, ob der Tee schon alt ist und wie er gelagert ist.
Nach dem Aufguss, nach dem man die Tasse warm getrunken hat, bleibt der Duft an der Tasse einige Minuten hängen. Die Düfte, die ein Tee aufweist, sind von verschiedenen Noten, die sich in Sekunde schnell wechseln. Zuerst kommt oft die spezielle Note hervor. Z. B. beim Oriental Beauty: der Duft der Aroma von Insekten-Biss (dieser Tee sollte von Insekten befallen sein) kommt als erster. Anschließend kommt der typische Duft der Teesorte. Z. B. beim Buddha Hand kommt eine intensive fruchtige Note! Zum Schluss verrät dieser Duft uns noch, ob und wie dieser Tee geröstet ist: eine wunderbare natürliche Karamellartiger Dufttrömung verrät uns von einer erfolgreichen Röstung. Dieser Duft haben alle stark fermentierte Oolong gemeinsam, Z. B. Phönix Dancong, Buddha Hand und Tie Guan Yin.
Gute Teesorten geben wunderbaren Duftnoten ab, auch wenn sie kalt werden. Das ist ein sehr wichtiges Merkmal, die Qualität des Tees zu beurteilen.

Tee-Romantik

In alter chinesischen Ueberlieferung wurde beschrieben, dass Poeten und Literaten Schnee verschmolzen haben, um Tee zuzubereiten! Literat Zhao Xigu (南宋 Nan-Sung-Dynastie 1126-1279) behauptet, dass Schneewasser alle Gifte, die aus der Hitze entstanden sind, im Körper ausscheiden könnte. Er sei besonders günstig um guten Tee zuzubereiten.
Andere Poeten hinterlassen schöne Gedichte. Stellen wir uns vor:
In einer verschneiten Landschaft kommt ein Besucher aus der Ferne, Der Gastgeber holt den neuen Schnee, mache eine Feuer. Die Feuer wärmt Menschen und kocht den Tee. Durch den aufsteigenden Duft herrscht reine Harmonie der Freundschaft.
Hast Du in Deiner Nähe auch Schnee?

Schneelandschaft
Schnee-Landschaft bei Zürich

Die richtige Wassertemperatur

Wie heiß muss die Wassertemperatur sein?
Tee ist ein lebendiges, individuelles und vielfältiges Wesen. Jeder Tee braucht eine spezielle Bahandlung. Er möchte gespürt, verstanden und gewürdigt werden. Man könnte versuchen einen Tee so zubereiten, wenn man den Tee, die Teekanne, und die H#rte des Wasser nicht gut auskennt:
Zuerst die Teekanne aufwärmen – mögichst eine kleine Kanne, wenn nicht, nimmt eine Schale (Müsli-Schale geht auch). Man gießt das Wasser ab, nun ist die Kanne warm. Dann nimmt man 3-5g Teeblätter in die aufgewärmte Teekanne. Nach 30Sekunden könnte man den wunderbaren Duft des Tees geniessen. Dann giesst man den Tee mit dem Wasser, das kurz nach Kochen stehengeblieben ist (ca. 90 Grad). Man wartet ca. 3 Min und probiert ein wenig. Ist der Teeschon aromatisch? sollte es noch voller werden? Man könnte noch einwenig warten oder gleich geniessen. Das leicht abgekühlte Wasser vermindert die Ablösung von Bitterstoff. Die Wartezeit entscheidet die Entfaltung der Aroma des Tees. So lernt man langsam einen wertvollen Tee kennen und könnte spielerisch damit umgehen. Anschließend entwickelt man einen eigenen Stil, mit Tee zu geniessen!

Was ist Kongfu Cha (Gongfu Cha) 工夫茶?

Wenn man von „Kungfu“ hört, dachte zuerst von einem Kampfsport. Kungfu bedeutet im chinesisch eigentlich nicht Sport, sondern Aufmerksamkeit und Fähigkeit.
In Südchina in der Ming-Dynastie (14. -17. Jahrhunder) entwichelte sich eine Art von neuer Teezubereitung, die viel Konzentration und Präzision erforderte. Man bereitete Tee in einem kleinen Teekanne mit einer Menge (trückene Blätter ca. 1/2 der Kanne) und goss ihn mit kochendem Wasser. Wenn der Gastgeber zu unaufmerksam wurde, wurde der Tee bitter und konnte die Aroma sich nicht entfalten. Wenn der Gastgeber im Hier und Jetzt beim Tee war, schenkte Tee uns erlebnisreiche Stunde und einen Abenteur des Geschmacksreises! Bei gutem Oolong oder Pu Er könnte man sogar bis 8 Male aufgiessen!
Diese Art von Teezubereitung wurde aufgrund der Aufewenigkeit als Kongfu Tee bezeichnet!
Diese Kongfu Tee setzt sich im Südchina durch und überlebte die Manchu-Herrschaft. In Taiwan wurde diese Tradition vor Kulturrevolution, die in China wütete, aufbewahrt. Heute wird diese Tradition von Taiwan aus wieder nach China vermittelt und erlebt nun eine Renaissance im Herkunftsland.