Archiv des Autors: Menglin

Ein flüssiger Tag

Ein flüssiger Tag

Michi hat Geburtstag. Er wollte uns allen bekochen. Ich ging zu Konditorei und wollte einen Kuchen kaufen. Natürlich kaufe ich einen Kuchen, der mir schmeckt, also ein Cheese-Cake. Als ich in das 15 Tram einstieg, wurde es mir plötzlich klar, dass er Latose-unvertäglich ist. Also, ein Geburtstagkuchen für Nicht Geburtstagskind.
Allen sassen am Tisch und diese Szene erinnert mich an den Tisch bei Atong in seinem Büro. Jeden Tag tauchen Gäste um 12 Uhr auf, um zu essen. Und der jüngste muss abwaschen. Shui Tang ist ein Stück Taiwan, ein Stücke von Lebensfluss, der durch Tee flüssig wird. Tee ist ein wunderbares Gefäss, das Menschen versammelnt und einen Raum ermöglicht, etwas Schönes zu gestalten. Etwas, was über Kalkül hinausgeht.
So verging heute unglaublich schnell. Ein Besucher nach dem anderen.
Meine Onejiang (Schwester) Yumi meldete sich per Message, dass sie noch zu dem seltenen Pu Er kommen wolltest. Sie vergass es nicht und ich weiss, dass sie immer kommt, wenn es stimmt. Aber ich war eigentlich müde und habe heute Abend noch Programme. Es gibt viel Arbeit vor mir. Also, ich wollte den Fluss brechen. Ich schrieb ihr, dass es mir doch lieber morgen wäre. Als ich kurz in der Ruhe mit Jiri unterhielt, hörte ich Yumi mit anderen auf Japanisch sprechen. Sie stand bereits vor der Tür und wollte einfach nicht hinein kommen, um mich nicht zu stören. Ich hörte es, stand auf und rief sie. Sie kamen hinein mit zwei Japaner, schüchtern und höflich. „Ich wollte Dich nicht aufhalten.“ Wir sind bereits im Fluss, es gibt nichts mehr aufzuhalten. Jiri schabte den hart gekochten Tee und wir tranken ihn mit Chasen „geschlagen“ und in Tenmuku-Schalen. Ich seufzte, „Ach, das Licht stimmt nicht. Eigentlich sollte es Kerzenlicht sein. Dann sind wir genau so wie in der Tang-Dynastie!“ Yumi sah in diesem Moment richtig flüssig aus…
Yumi verfügt nicht ein grosses Budget, hat aber ein grosses Herz. Sie lebt tatsächlich immer im Fluss. Sie weiss, ich habe gerne Champagne und bringt mir die besten Flaschen. Sie weiss, ich habe gerne bestimmte Süssigkeit und macht mir einfach ein Freude. Wenn sie mich sehen will, teilt sie einfach mit. Unkompliziert und immer direkt ins Herz. Ich schätze es sehr.

Als Gefangene einer Traumwet

Shui Tang ist wie eine Traumwelt. Ein Oase der Halluzination. Ein Wunderland der Projektion.
Ich bin gefangen in dieser traumhaften exotischen Welt, die ich selbst einmal kreiiert habe.

Einmal im Monat treffe ich Hanspeter. Wir besprechen über alles. Er ist wie mein Vater, wie ein guter Freund. Als er mich gestern Abend mit dem hinkenden Fuss sah, waren seine Augen voller Mitgefühl. „Menglin, Du hinkst.“ Ich muss mich vor ihm nicht verleugnen. Er setzte fort. „Du stehst wirklich hier auf dem fremden Boden mit zwei eigenen Beine.“ er seufzte, „aber der öffentliche Fuss ist wie deine öffentliche Rolle, er funktioniert und gewinnt an Bedeutung. Während dein eigentliches Ich wie der verletzte Fuss, ist behindert…“
Er trifft ins Schwarze. Meine Augen wurden wie Flüsse.
Ich kann nichts dafür, sagte ich.
Aber ich leide.
An diesem schönen Ort erfülle ich eine Funktion und spielt eine Rolle. Ich spiele es natürlich sehr gut. Ich werde immer mit Gescnenke überhäuft. Aber ich weiss, das es noch etwas gibt – hinter dieser Figur. Menschen kommen und bewundern. Manchmal wird nicht nur diesen Ort bewundert, sondern auch diese Figur. Manchmal ist es voneinander nichts zu trennen. Ich beobachte oft diese Blicke, die scheinbar auf mich werfen. Diese Blicke richten sich auf eine Fläche, die beliebig zu projizieren ist. Aber die wirkliche Person, die hinter dieser Fläche steht, wird beliebig ausgeschaltet. Menschen wollen ihren Traum leben. Sie brauchen einen Traum. Warum kauft man eine Marke oder eine Tasche mit Buchstaben? Glaubt man an die Qualität oder glaubt man an einem Traum?
Man hat mich mit drei Buchstaben gleich gesetzt. Man interessiert sich für mich nicht, sondern für eine Geschichte, die mit mir nichts zu tun hat. Sondern mit dem Akteure selbst.
„Man sieht das wahre Dich nicht.“
Ja. man sieht mich nicht. Ich werde ausgeschalten. Man sieht eine Puppe in einer traumhaften Welt. Ein Traum.
Jeder Mensch ist wie ein Garten, so sage ich oft. Ein Garten mit einer leicht geöffneten Tür. Manche genügt einen Blick hinein zu werfen. Es gibt nicht nur einen Vorgarten. Es gibt einen kleinen Ich, das im Schatten hinter den blühenden Blüten zu finden ist. Auch meine Geschichte brüchig ist und gar abstossend für Menschen auf der geordneten Bahnen. Sie verdient es zu leben.
Ich habe kein Recht den Traum des anderen zu stören. Jeder hat freie Willen und ich habe viel Respekt.
„Was machst Du weiter?“ fragt Hanspeter mich.
„Lernen mit diesem kaputten Fuss umzugehen.“
Ich weiss, dass ich nicht diese Figur bin und diese Figur nicht in der Realität ist. Auch wenn das kleine Ich verletztlich ist, kann ich lernen Mut zu fassen, Schritt für Schritt in die Ozean des Lebens zu gehen.

one day Haigata class in November

Ein Tag für Asche-Formen. Wer sich dafür interessiert:

Dear Chado follower

Haigata is an importand part of the art of the way of tea

http://www.dogudesign.ch/chanoyu-tuition.html#
(pleas clic on the left side on „about Ash and Haigata“ for detail Informations)

Learn moor about it, in a one day seminar in November.

you will learn about –

different ashes and how to preparer your own ash

basics of History about Furo and what shapes are in use

different styles of Haigata for the Furo, according to the general roles of Urasenk style

and of corse you will learn how to make your own basic Haigata _“nimonji“

Inscription- until 27. October be mail

if you like further informations pleas contact me

whit warm regards for the first cold days

ursula kohli

Pleas pass this Informations to your friends and students which could be Interested on that topic, thank you!

Ein bisschen anders machen…

(Fortsetzung von vorherigem Beitrag)
Ich erinnere mich an mein vorheriges Leben vor drei Jahren. Luftig und schön. Vermeintlich frei. Hinter dieser Frei-Sein verbirgt eine unerträgliche Schwere. Keine Wurzel, kein Heimat und keine Halt. Der Wünsche nach einem Zuhause wurde immer lauter. Als Hubert mir von dem frei gewordenen Laden erzählte, war es ein Angebot von Kosmos, dass ich mein Leben verändern kann.
Heute schaue ich die jungen Menschen an, die nun zu mir kommen und Tee lernen wollen. Sie waren wie ich und kämpfen gegen die Bindungswidrigkeit. Sie verschieben Termine, verändern die Abmachungen oder sagen ab. Ich sehe in ihnen mich selbst. Ich sehe die einstige Erbsenprinzessin. Aber auch diese Erbsenprinzessin kann auch etwas fürs Leben lernen. Ich lerne Mitgefühl für mich selbst zu haben und habe Mitgefühl für diese jungen verwirrten Seelen, die nach dem wahren Selbst suchen.
Auf jeden Weg brauchen wir Weggefährte.
Ich muss gegen meine Erbsenprinzessin-Sein nicht mehr kämpfen. Ich kann lieb sein zu ihr. In jeder Wiederholung meines Musters bekomme ich eine Möglichkeit, ein bisschen anders zu machen. Die wahre Freiheit ist nicht mehr an nichts zu binden, sondern in der Wiederholung das Gleichmut zu bewahren.
Manchmal bekommt man Angst vor Gefühlen und würde am liebsten weglaufen. Die Gefühle können zeitweise ignoriert werden, aber sie fermentieren und gären in den Zellen. Plötzlich werden sie wie Schwarzteeblätter, die keinen Sauerstoff bekommen, werden erstickt!
Hanspeter sagte mir, dass es nicht interessant ist, ein erfolgreiches Leben zu führen, aber ein gelungenes. Ein gelungenes Leben… was heisst das? Leben mit Menschen zusammen, die wir lieben; machen Dinge, die aus den Herzen kommen; in das Heimat unseren Herzens ankommen.
Der Neumond begünstigt den neuen Anfang. Es ist möglich diesmal ein bisschen anders zu versuchen.

Ein bisschen anders

Der Neumond begünstigt den neuen Anfang.
Sara und ich machen gemeinsam wöchentlich Zazen. Mit der gemeinsamen Praxis stellen wir fest, dass wir den Sorten der kreativen Chaoten gehören. Wir haben sehr Mühe mit der Regelmässigkeit. Ich hasse die Administration. Mich plagt das tägliche Ladenhüten. Das Pflegen von Ordnung war nie meine Stärke. Wenn der Mensch nicht Triebe hätte, wenn es nicht Hunger und Müdigkeit gäbe, hätte ich bestimmt auch Mühe mit dem wiederkehrenden Bedürfnis.
Sie erzählte mir, dass sie etwas verändern will, zum mindestens seit dem Sonntag. Sie sagte, dass sie seit einem Jahr immer dasselbe Arbeitszimmer verwendet, aber nie genau weiss, welche Nummer das Zimmer trägt. Am vergangenen Sonntag arbeitete sie wieder und stellte fest, dass sie allen Teilnehmern eine falsche Nummer mitgeteilt hat. Sie wurde erschrocken. „Menglin, wenn wir nicht vor 21.12. 2012 unser Leben verändern, wann denn sonst!“ Wo werde ich denn am 21.12. 2012 sein? Ich bin bestimmt in Shui Tang, wo denn sonst? Sie sagte mir, um die weiteren Herzangelegenheit ihres späten Lebens zu tätigen, muss sie das Problem anpacken. Ein bisschen anders zu machen, sagte sie. „Ein bisschen anders werden.“
Ein bisschen anders machen…

Das deutsche Reqium

Ich hätte nie gedacht, dass ich mit einem katholischen Mönch anfreunden würde.
Aber er ist von sich allein gekommen.
Als Kind auf einer kolonialisierten Insel hat man ein zwiespältiges Verhältnis zum Christentum. Die missionarische Eifer auf der Strasse Taipeis und manche wertende dualistische Trennung von Gläubigen und Ungläubigen und daraus entstandenen Heilsanspruch trieben mich als Jugendlichen an die Seite der Atheist. Selbstverständlich bezeichne ich mich selbst als ein Kind der Aufklärung.
Als ich langsam den Weg zu meinem wahren Selbst durch Zazen und Tee gefunden habe und paar Schritte geschritten habe, verstand ich, dass diese emotionale Trennung, was ich von Christentum empfand ein Stück meiner Geschichte ist und nur ich selbst für mich auflösen muss. Je mehr der Weg weiter beschritten wird, desto mehr verschwand die Grenze.
Diese Grenze ist tatsächlich aber nicht gänzlich verschwunden nachdem mein Fuss in Rasa verletzt wurde. Etwas ist anders geworden. Ich begriff allmählich, dass das Leben ein Fluss ist und wir sind diejenigen, die Steine in diesem Fluss legen und um ihn selbst zu brechen. Wenn ich aber aufhöre es zu tun, dann fliesst das Leben grenzenlos. Ich bemerke auf einmal Menschen, die ich sonst übersehen hätte. Ich begreife Chance, die ich mir sonst nicht trauen würde. Ich lerne zu warten und mich zu binden.
Als ich „das deutsche Requiem“ von Brahms zum ersten Mal hörte, war ich im Flugzeug zu dem kranken Bett meiner Mutter. Ganz hatte ich nicht verstanden, worum es geht. Warum wo Tränen gesät werden, wird geerntet. Als ich das kranken Haus betrat und meine Familie beobachtete, wusste ich, das, was wir von Kosmos reichlich beschenkt wird, ist ein Trost für Lebenden und für die Lebenden, die Leid tragen. Auch ich fühle mich getröstet, wenn das Stück jetzt an mein Ohr lief. Klar, der Gott verlässt uns nie, auch mich nicht. Die Liebe ist bedingungslos.
Es schien unglaublich selbstverständlich, dass ich Sebastien kenne. Scheinbar ist es natürlich, dass ein katholischer Mönch über die Schönheit des Lebens mehr bewusst ist als ein Gewöhnlicher. Er entdeckt am Teetisch den Tee und steckt anderen hinter dem Mauer diese Schönheit an. Als ich zu seinem Geburtstag fuhr, stand Dechen vor der Klostertür. Obwohl wir uns nicht kannten, wusste ich, dass ich einfach ihr folgen musste. Ich wurde und werde geführt. Am diesen wunderbaren Abend lerne ich Menschen kennen, die die Grenze zwischen Westen und Osten, Musik und Poesie stets überschreiten. Wenn der Fluss nicht von selbst geworfenen Steinen behindert wird, wenn wir nicht immer von Zweifel oder Denken abgelenkt werden, dann kennt der Fluss keine Grenze.

La Stanza

Nebel, fallende Blätter und unangenehmer Druck im Kopf – es ist herbstlich.
In dem Kongresshaus war die Luft stickig und auch wenn das Thema spannend ist, muss ich ab und zu meine Augen zumachen. Mein Kaffeesucht meldet sich ganz laut und meine Hände fangen zu zittern. Es ist ein schlimmer Tag mit einer schlimmen Sucht!
Swiss Brother Alex wollte mir zu seinem Lieblingscafe bringen. Ich wollte Schritte sparen, fand leider keine Kaffeestände im Haus. Schliesslich liefen wir tatsächlich zu seinem Cafe.
Aber das Cafe gefällt mir sofort! Ich spüre wie Freude aufsteigen, Eine Tasse bracht mir der junge Kellner. Ich trank den ersten Schlucht…
Ja, es ist ein Kaffee, der meinen Tag retten kann! Es sind Tropfen, die mich so glücklich zum heulen bringen können.
La Stanza, kann ich wirklich nur empfehlen. Die besten Zutaten in diesem Cafe sind natürlich die hübschen und gut gekleideten Herren, die am Bar stehen.

La Stanza, Bleicherweg 10, 8002 Zürich.