Fortsetzung einer Legende 

Als Kind würde ich mit fünf gezwungen Kalligrahpie zu lernen. Das erste was ich lernte, war Tinte herszustellen. Meine Mutter hatte wunderschöne Tintestein, mit dem ich ganz schwarze Tinte auf dem Reibstein herstellen konnte und ein subtiler leiser herber Duft begleitet meine Erinnerung.

Heute benutze ich fertige Pinsel mit Chemie-Tinte made in Japan. Es war einmal, dass wir in der chinesischen Kultur von vier Schätze für Kalligrahpie sprachen. Kalligraphie – eine Legende, die Teeliebhaber stets begleitet und heute meist nur im Museum zu bewundern ist. 

In Shui Tang schreibe ich mit meinem modernen Pinsel mit Chemietinte. Nicht um zu zeigen, wie gut meine Mutter gebildet war, sondern um ein winziges Moment für mich und für mein Gegenüber zu schenken, indem wir Schrift für Schrift warten müssen, um langsamer zu werden.

Dieser Film zeigt ein Taiwaner Meister, der heute der einzige ist, diese Legende der Kallligrahpie versucht fortzusetzen. Er stellt die Tintestein aus natürlichen Materialien wie Rauch von Kiefer, Nelken und Moschus. All dieses Materialien werden erhitzt, geknetet und gepresst, um haltbar und widerstandsfähig zu sein. Alles nur um eine zweitausendjährige Tradition, die in der Schnelligkeit und Oberflächlichkeit so sinnlos und belästigend erscheint! Ich wünsche Euch viel Freude beim Zuschauen!

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