Teeblätter

Am selben Abend konnte ich nicht widerstehen, packte mein – teetoy- Reiseset – aus, spülte das Geschirrli sanft,
war allein in der Küche mit gedämpften Licht, leichte Musik und machte ein Gongfu Cha…. etwas anderes wollte ich gar nicht mehr machen an diesem Abend und ging mit gewärmten Herzen ins Bett.
Er war inspirierend.
Inspirierend deswegen, weil du dich so öffnest und authentisch von dir gibst… etwas dass ich im Alltag im Geschäft so vermisse…. es sind sooo viele Masken hier,
ein Maskenball…

(da ich nicht wusste wie man bei dir einen URL – oder so einträgt um zu BLOGEN…. > kommentiere ich halt per Mail)
Anja

Wir können versuchen einander zu verstehen, aber deuten kann nur jeder für sich selbst.
Wenn ein Buch veröffentlicht, wenn ein Text geschrieben und gelesen wird, nehmen die Dinge ihren eigenen Lauf – außer meiner Kontrolle.

Zuerst möchte ich mich ganz herzlich bei Anja bedanken für Ihre Empfänglichkeit und Begeisterungsfähigkeit.
Ich möchte hier etwas schreiben, was mich in letzten Tagen bewegt.

Wie oft stehe ich vor dem Spiegel und jammere, wie hässlich ich aussehe? Wie oft stehe ich vor den anderen Menschen und meine Hände sind voller Schweiß?
So wie jeder von uns, möchte ich manchmal nicht das sein, was ich einmal geboren werde. Aber anders zu sein geht es leider nicht.
Teeblätter sind einfacher. Sie sind so wie sie sind. Wenn sie aus Dongding Berg kommen, dann schmecken Sie so, wie sie sind. Wenn sie eben aus Thailand stammen, schmecken sie eben anders als aus Dongding! Die Teeblätter sind so wie sie sind? Aber wir wollen sie manchmal anders benennen als wie sie sind. Wir möchten sie anstatt aus Mingjian Dongding nennen. Weil wir die Dinge nicht so akzeptieren, so wie sie sind, haben wir und machen daraus ein Problem. An sich ist es doch egal, woher sie kommen. Für manche ist es wichtig aus Dingding, dann sollte es eben den richtigen geben. Für manche ist es egal, ob er aus Dongding Berg oder Mingjian kommen.

Ebenso ist es mir auch egal, ob die anderen Leute ein Maske tragen oder nicht. Es ist nicht meine Sache. Für mich ist es wichtig, ob ich ein Maske tragen will und wann ich es ablege. Trage ich ein Maske? Gewiss. Kann ich es ablegen? Natürlich. Es ist meine Freiheit, Maske zu tragen oder nicht. Es ist meine Freiheit, mich vor diesem oder vor jenem zu öffnen. Das Problem ist, wenn man zu lange Maske trägt, vergiss man plötzlich, dass man es anhat. Dann ist es nicht bloss ein Spiel mit den anderen…

Für mich ist Tee nicht ein Kult. Am Dienstag kam Alexander vorbei und sagte mir, dass es ein sehr schöner Abend für ihn war. Er blieb gerne dort, auch wenn ich kurz abwesen war. Als die Leute plötzlich anfing über das Wasser zu diskutieren, war es für ihn plötzlich zu viel. Er sagte, „Menglin, ich komme gerne zu Dir, weil Du eben anders bist. Du pflegt keinen Kult.“

Tee trinken ist eine wunderbare Sache. Ich möchte es so auf diese Ebene bleiben lassen. Natürlich trinke ich jeden Tag meinen Tee aus meiner Jadekanne, weil es eben wunderbar ist. Aber so ist es und nicht mehr. Einen Kult zu pflegen und sich zugleich als etwas Besseres zu fühlen ist es wirklich nicht nötig. Tee trinken ist einfach nur eine wunderbare Sache und nicht mehr.

Ein Gedanke zu „Teeblätter

  1. TeeTalk

    Es wird immer Menschen geben, die gewisse Dinge zu einem Kult hochstilisieren. Ich bin der gleichen Ansicht, Tee ist ein tolles Getränk in zahlreichen Variationen, aber man kann es auch übertreiben.

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