Archiv der Kategorie: Klatsch am Teetisch

Das Geschäft mit dem Wasser

Das Geschäft mit dem Wasser

Gläser von ausgedünstetem Mineralwasser: von links nach rechts: Zürichstadt-Wasser, Valser Wasser, Henniez Wasser.

 

Die total verkalten Gläser erschranken mich sehr im ersten Moment. Noch mehr geschockt war das Statement des Referenten: „Stellen Sie Sich vor, wenn diese Ablagerung nicht im Glas sondern in Ihrem Körper deponiert wäre! Unser Körper kann es überhaupt nicht verstoffwechseln!“ Oh… Ich höre plötzlich mein Knochen knacksen.

Das Geschäft mit dem Wasser und das Geschäft mit dem Angst vereinigen sich zu einem wunderbaren Produkt: Best Water! Auf einer versuchten Erde, in einer von Terrorismus geplagte Welt und in einer wirtschaftliches Interesse dominierenden Gesellschaft ist die Geschäftsidee mit dem Wasser der Nachfolgeserie nach dem Erdöl-Geschäft.

Wer weiss nicht, dass die meisten Quelle bereits von denMulti-Konzernen wie z. B. Coca-Cola, Danone, Nestle abgekauft wurde!?

Nestlé dominiert den lukrativen Markt mit dem Mineralwasser mit 16,8 Prozent, vor der französischen Danone mit rund 14 Prozent. (Swiss Info)

Dank dem BestWater-System können wir selbst das verseuchte Leitungswasser zum „reinen“ Wasser verwandeln und gleichzeitig energetisieren!
Leider gehört das System ebenfalls zu der Exklusivität der „Reinen und Reichen“ – das System kostet zuerst für Dich über 2688 € und jährlich 169 €!

Ob das Wasser einen guten Tee zu einem besten Tee verzaubern kann, werde ich Euch diesen Zaubertrick so bald (nach meinem Versuch) wie möglich mitteilen!

Der Tee und das Wasser

Der Tee und das Wasser

Gestern wurde ich zu einem Wasser-Vortrag mitgeschleppt. Da ich den Beitrag über das Wasser-Problem veröffentlicht habe, bekamen ich verschiedene Tipps.

Nun wollte ich selbst den Wasser-Jahrmarkt anschauen gehen. Der Vortrag fand in einer Apotheke Zürichs statt. Der Eintritt war gratis. Referenten waren aus Berlin und brachten uns verschiedene interessante Nachrichten.

Laut dem Prof. Louis Claude Vincent (Paris), der Jahrenlang an einer Studie von Wasser und Gesundheit forschte, darf das Gesundheit fördernde Wassers den Wert 120 uS nicht überschreiten. In EU wurde der Grenzwert des Trinkwasser allerdings auf 400 festgelegt – nach Prof. Vincent ist das Wasser bereits Krankheitsfördernd. In Deutschland war der Grenzwert vor der Wende noch 1000 uS (der Wert des Sterbenfördernd…). Nach dem 1.10.2000 wurde der Grenzwert bis auf 2000 uS korrigiert (der Wert des Sterbenbeschleunigend). Die Politik macht den Wert, nicht die Wissenschaft und analytischer Verstand!

Ich wurde in diesem Moment ziemlich stutzig. Weshalb schreien wir alle nach „Bio“? Wenn das einfache Gut – Wasser nicht einmal stimmt? Teefreund Gerhard Lange sagte schon immer, wer unbedingt Bio-Tee kaufen will, lass zuerst sein eigenes Wasser zum Tee untersuchen. Die strenge kuriose Kriterien der Teeblatt-Untersuchung und die schlammpige gefährliche Vernachlässigung unseres alltäglichen Wassers brachten mich zum Nachdenken. In was für einer komischen Welt leben wir denn überhaupt? Das wichtigste und gefährlichste mit Politik zu verharmlosen, das Fremde mit eigener Vorstellung und unpassender Norm zu kontrollieren! Die Tee-Untersuchungslabor nehmen trockenen Teeblätter als Objekt anstatt den aufgegossene Aufguss, dessen „Schadstoff bei ersten Aufguss „nur“ 10% ins Wasser „verschwinden“ wird. Ausserdem sind die meisten Pestizide nicht wasserlöslich… Wenn man Tee untersuchen will, dann fragt bitte zuerst einen Teetrinker: „Trinken Sie den Tee oder essen Sie die Blätter…“

Weshalb erzählte der Referent uns diese „sensationellen“ Nachrichten? Um uns über die Fakten bewusst zu machen und aufzuklären, um den Druck auf die Regierung auszuüben oder um unsere Welt zu „sanieren“? Nein, es gibt noch einen einfachen und widerstandslosen Weg: das BestWater System kaufen! Ein angepasster und beänsgtigter Bürger kann durch den Kauf sein Lebenschance sichern, auch wenn seine Umwelt allmählich durch und durch vergiftet und tot wird… Mensch, warum bist Du nicht wütend?

 

Das Foto: Experiment mit Tee im verschiedenen Wasser:

noch links nach rechts der gleiche Tee im Mineralwasser (trüb), im leistungswasser (trüb), im Bestwasser (klar) und im Mineralwasser 8sehr trüb).

Laut dem Test von gestern war das Wasser aus Zürich Stadt 350 uS – der Wert nach Prof. Dr. Vincent „bereit belastend“.

Guang Yin Wang (kuan yin Wang) 觀音王

Zunehmend mischen die in die Welt ausgewanderte Asiaten (z.B. Hier oder Hier) auch ins Teegeschäft ein – nicht nur in das Restaurant-Sektor. Zunehmend bekommt europäisches Tee-Publikum immer mehr Unzufriedenheit mit dem hiesigen Angebot von aromatischen und „europäischen“ Vorstellung des Tees (siehe eine Reaktion eines traditionreichen Teehaus). Zunehmend werden Ost-Asiaten bewusst über ihre Tradition als Teeland und Tee als Tradition.

Guanyin Diese Budhisattva Guanyin 觀音hätte wohl nicht gedacht, dass man um sie /ihn so viel Geschäfte machen kann.

Nun können wir zunehmend im Mitte Europa originale Teesorte direkt aus Land der Sonne oder Reich der Mitte oder Bella Formosa eingefolgen erhalten. All diese aufwendig importierte Teesorte werden oft als Exklusivität und „Originalität“ vermarktet. Unser Konsumenten hier werden zunehmend mit dem extischen Name konfrontiert.

Neulich (ich bin immer einwenig spät dran) begegne ich den Name „Guan Yin Wang – der König von Eisenen Budhisattva 鐵觀音“. Eigentlich gehört der Name „Pu Er King 普耳王“ auch nicht mehr zur Neuheit.

Was bedeutet dieser Name? Bedeutet dieser Tee der beste Tee dieser Sorte? Eigentlich ist dieser Name durch die Tradition des „Tee-Wettbewerbs“ entstanden. Ueber den Tee-Wettbewerb und seine problematische Folge in der Tee-Entwicklung muss ich einen neuen Betrag dazu schreiben. Heute möchte ich mich nur mit diesem Guan Yin Wang vertiefen.

Jede Saison werden verschiedene Tee-Wettbewerbe von Teehändler, von Teebauer-Verband oder von der Kommune oder von einem Verein veranstaltet. Warum ein Wettbewerb? Weil das Geld sich leicht verdienen lässt! Von der Vielfalt der Veranstaltern können wir davon ausgehen, dass der beste nicht unbedingt der beste sein muss. Es ist manipulierbar. Trotzdem wird in jeder Saison der beste Tee von einer Gattung ausgewählt. Z. B. Oriental Beauty oder Tie Guanyin! Dieser beste Tie Guanyin ist „Guan Yin Wang“ und war im Jahr 1997 in Fujian 福建安溪 500g für 100000 Sfr. zu erhalten! Also wenn Du gerne Deinen Gäste mit Exklusivität und Rarität verwöhnen und Dich selbst so entsprechend repräsentieren lassen möchtest, muss Du diese Art von Tee unbedingt haben! Es ist doch egal, ob er wirklich der beste ist! Hauptsache – jeder weiss von der Zeitung, dass Du so VIEL dafür bezahlt hast!

Aber Tie Guan Yin ist nicht gleich Tie Guanyin. Es gibt verschiedene Tie Guan Yin Bäumen. Nur der originale Tie Guanyin Baum – nicht Benshan 本山, nicht Qingxin 青心, sondern Zhencong Tie Guanyin ist der Tie Guanyin! Dieser Tee aus diesem Baum darf an solchen Wettbewerb teilnehmen. Auch wenn der Benshan Tie Guanyin blendend duftend beim Anfang schmeckt… Ein wirklicher Tie Guanyin zeigt zwar nicht beim Anfang diesen dominanten Duftnote, demonstriert uns jedoch seine Ausdauer und anhaltende Aromen. Nicht der Blender ist der „Wirkliche“, sondern der „Ausdauende“…

Nun können wir dann unseren Teehändler fragen, was der Guanyin Wang in ihrem Sortiment ist. Ist er aus Benshan oder aus dem originalen Guanyin-Baum? Wieso trägt er den Name „Guanyin Wang“ – hat er den besten Preis erhalten?

Ein Tie Guanyin ist ein Tie Guanyin. Wozu solche Verkaufstrick? Es wäre doch sinnvoller, sich um Tee zu kümmern, als nur um das Marketing. Es ist die wichtigste Aufgabe des Teehändlers, den Konsumenten aufklären, was sie wirklich verkaufen anstatt nur mit Exotik zu blenden!

 

Guanyin wang Ein Label von einem gewöhnlichen Tie Guanyin, der behauptet wurde als 1. Klasse von Guanyin Wang zu sein!

Der Tee voll im Trend

Dass Tee voll im Trend ist, muss nicht eine wissenschaftliche Studie bestätigen. Man braucht nur die Blog-Landschaft zu beobachten.

 

Dass Tee voll im Trend ist, ist ebenfalls keine Neuigkeit. Als Tee in Europa ankam, war er bereits ein Trend – zuerst vom Hof hofiert, dann salonfähig und später ein Volksgetränk. Das geschieht mit jedem Ding, dessen Popularität immer von Oben nach Unten durchsetzt.

 

Was hat aber das Phänomen „Tee voll im Trend“ der Kultur Tees gebracht? Tee wurde populär, wurde Gesprächsstoff und Schauobjekt der Gesellschaft. Aber finden Teeliebhaber auch den Zugang zu ihm, zu seiner Geschichte oder sogar zu seiner Wurzel? Oder ist es alles nicht so wichtig für Teetrinker hier? Man nimmt das, was er braucht? Man mischt das, was ihm recht ist.

 

Ich bin immer wieder enttäuscht von Veranstaltung über Tee, Berichte von Tee und Vorträge des Tees. Es geht immer um die Ziehzeit, Aufbewahrungsmethode, Folklore (z. B. Teegeschichte) und wie gesund der grüne Tee sein kann. Man geht immer davon aus, dass Teetrinker in Europa stets der Anfänger ist, der nichts von Tee weiß! Wenn man immer seinen Leser und sein Publikum als 1. Klasse-Schüler betrachtet, kommt man nie weiter. Es geht nicht mehr um Ziehzeit, Aufbewahrungsmethode und Gesundheitsaspekt. Für mich wäre es einen bedeutenden Schritt mit Menschen auszutauschen – “ wie findest Du diesen Tee?“.

Mit diesem Motiv schreibe ich dieses Blog, mit Teefreunde über „TEE-ERFAHRUNGEN“ zu sprechen. Es gibt keine Standard Ziehzeit! Entschuldigung für diese Bemerkung. Man muss die richtige Ziehzeit für sich selbst finden! Wie groß ist die Teekanne? Wie viel Teeblätter nimmst Du? Hast Du gerne leicht herb oder lieber mild?

 

Wir sind keine Massen! Wir sind Individuem! Auch wenn unsere Erziehung, Gesellschaft und Medien uns zur mitlaufenden angepassten intuitionslosen Massen zwingen wollen, innehaben wir immer noch diese wirkliche Freiheit – ich bin ein Individuum, das weiß, dass ich meinen Geschmack entwickeln kann und haben kann.

 

Um den eigenen Geschmack zu entwickeln, lernen wir zuerst Tee zu verstehen, so wie er ist. Was ist ein Oolong? Wie muss oder soll er schmecken? Was für Variante gäbe es bei Oolong? Wie entwickelt sich momentan der Oolong? Fühle ich mich einig mit dieser Entwicklung?

Warum sagen Teetrinker und Teeliebhaber nicht Nein zu Medien, die uns immer noch mit Folklore, simple Anweisungen und Hören-Sagen von Tee futtern wollen? Wir wollen mehr, mehr als nur von der Geschichte oder Ziehzeit wissen, sondern auch „Was ist Tee“.

Tee voll im Trend. Die Welle kommen und gehen. Was bleibt?

Zen-Meister Bovay erzählte mir von dem Ergebnis der Medienspektakel 2005, als Dalai Lama in die Schweiz zu Besuch kam. Er wurde oft von Journalisten angerufen und für ein Interview angefragt. Das Zentrum war voll von rege „Zen-Touristen“. Es sind aber fast keine geblieben. Die ernsten Suchenden waren unter diesem regen Zulauf nicht zu finden.

Also was bedeutet Tee voll im Trend?

In zehn Jahren werden wohl weiter die chinesischen Märchen und Diskussionen über die Ziehzeit und den gesunden Grüntee verkauft. Und der Tee wird in Medien immer noch voll im Trend sein!

Der Trend vom Tee

Was wird der Trend vom Tee? Der weisse Tee, der Oolong oder der Pu Er? Was könnte der Hintergrund von dieser Frage? Weshalb ist es wichtig den Trend vom Tee zu erforschen und im Trend zu leben?

Ich könnte diese Frage nicht richtig antworten. Tee verkörpert für mich als ein Medium, das die kulturelle und zeitliche Grenze überschreitet und Menschen aus den räumlichen Beschränkungen ablöst und verbindet.

trend man im trend.at – das magazin für trend wurde dieser man namens wolfgang leitner als der „trendmann“ bezeichnet. Wie findest du ihn? ps. für die Schweizer empfehle ich michelle hunziker – siehe hier.

Als Tee nach Europa kam, wurde er zu einem Symbol von der Macht und Reichtum verwandelt. Die aristokratischen und herrschenden Klassen begehrten ihn und schmückten ihn mit rarem Porzellan aus China und kostbarem Zucker. Jedes Handzeichen, das die Teetasse hielt, jede Gestik, die Tee trank und jedes Gespräch, das am Teetisch im Salon stattfand wurden zum Ausdruck des Egos, das Tee trank. Es war „Sich – zur Schau zu stellen“. Es ging weniger um den Tee als um das Ego. Es war ein Trendgetränk, das seine Funktion erfüllt, das Ego zu demonstrieren!

Wenn ich provokative behaupten und polemisieren würde, würde ich diese Haltung als Ausdruck der „Schwarztee-Kultur“ bezeichnen. Dagegen vermittelt uns die „Grüntee-Kultur“ ein anderes Weltbild. Die Reise nach Innen, die durch Tee stattfindet – eine Schale Tee teilen, sich miteinander zu harmonisieren. Es geht nicht um Perfektion eines Gastgebers oder Gäste, sondern um die Zusammenkunft der Gleichgesinnten. Natürlich ist das Ego überall präsent. Die Frage ist, wie man damit umgeht. Pflegt man ihn, baut man das Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen damit auf? Oder erkennt man ihn und weiss sich selbst zu reflektieren?

Tee wurde und wird ein Trendgetränk, das das aufgeblasene Ego des Trinkenden demonstriert. Damit arbeitet und verdient unsere Medienwelt. Der Jagd nach dem Trend, das Versprechen eines kommenden Trends und das Produzieren eines neuen Trends machen uns allerdings nicht sehr glücklich. Die ständige Frage danach, ob ich dem anderen gefalle, ob ich trendy genug aussehe (nicht mal bin) und ob ich das neue Trend nicht verpasse, führen nicht zur wirklichen Freiheit und Selbstvertrauen. Man lässt sich von der Welle treiben und verliert sich selbst in den Phänomenen…

Aber die Medienwelt kann nicht anders. Sie lebt von dem Begehren nach dem Trend, nach der Neuigkeiten und nach der Sensation. Ein Begehren ruft ein neues Begehren hervor. Begehren kann nie gestillt werden… Viele verdienen daran ihr Geld und viele kaufen ihre scheinbaren und wechselbare Identitäten durch den – Konsum. Der Journalismus ist nicht mehr das zu berichten, was geschieh, sondern eine ausgedachte Story in der „Wirklichkeit“ zu basteln und Trend zu „erfinden“. In Medienberichten gibt es heisse Liebe und Sex, dann kommt Heirat oder was weiss ich. Anschliessend werden Probleme berichtet. Dann erwartet man eine Scheidung oder Trennung mit Tränen und Hass. Eine phänomenale Welt erzeugt selbstverständlich Phänomene. Lady Di ist nicht einfach so gestorben…

Zurück zum Tee. Die Sprache des Tees – wenn man ihn wirklich verstehen will, erzählt uns, dass er ein einfaches Wesen ist. Man geniesst seinen Duft, lernt ihn kennen und trinke ihn oder nicht. Man braucht keine Autorität, die uns sagt, dieser Tee hat fünf Sternen und ist der neue Trend. Man erlebt ihn selbst durch den eigenen Leib!

Swissmade Teepflanzer Hans Obrist in Bern

„Mit 21 Jahren wanderte er nach Ceylon aus und begann auf einer Teeplantage zu arbeiten. Die Geschichte des Teepflanzers Hans Obrist. “ So dokumentiert NZZ 1999 das Leben Hans Obrist – ein wohl einzig lebendiger swiss made Teepflanzer in der Schweiz.

Nach seinem Rückkehr aus Cyelon beschloss Hans Obrist seine Erlebnisse auf Ceylon, wo er ein Fremder war, niederzuschreiben. Teilweise mit schönen handschriftlichen Skizze veranschaulicht er uns, wie er als Fremder auf Ceylon fühlte, als privilegierte weisser Teepflanzer dort lebt und wie die Wechselbeziehung zwischen ihm und seinen Mitmenschen, die eigentlich ihn und seine Firma dienten, stattfand. Manchmal einsam, manchmal von der einheimischen Schönheit angezogen fühlte und manchmal verwirrt  als ein „Weisser „von der Nachwirkung des Kolonialismus.

„Vielleicht nicht das Wichtigste, aber eigentlich das Schönste, die schönste Erinnerung ist ein grünes Teefeld mit einer grossen Gruppe von Pflückerinnen in bunte Saris gekleidet, mit Körben auf dem Rücken, der blaue Himmel. Dieses Bild ist wahrscheinlich das Schönste, wenn ich an meine Teezeit zurück denke.“

 

Seine Geschichte hat nichts mit „Swiss-Made“ zu tun. Es geht um einen jungen empfindsamen Menschen, der unter dem Frenden lebte, mit der Fremdartigkeit in Sinne von der Kultur, von sozialen Status und von dem Klima, konfrontiert wurde und einen interessanten und zugleich exotischen Beruf ausübte.

Seine Empfingsamkeit und seine Geschichte könnte man in seinem Buch lesen, aber man könnte ihn sogar live erleben!

Teeclub lädt Herrn Obrist am 20. Jan. 2007 ein, in Bern beim Länggass Tee um 17 Uhr, mit allen Teeliebhaber über Tee, über seine Zeit in Ceylon und über die Zeit als Teepflanzer zu sprechen!

Anmeldung ist erfolderlich:

Teeclub, Teeclubinfo@teeclub.ch oder

01-7761808

 

Daifuku 大福茶 – der Tee zum Neujahr

Heute trafen wir zum Neujahrestee wieder in Bodman. Der Tee leuchtet in wunderschöner grüner Farbe, duftet nach dem frischen Blättern und schmeckt aromatisch. Ich fragte, woher diese Köstlichkeit wohl kommt. Detlef und Ingrid lachten. Er sei die Hausmischung, die aus dem letzen offenen Matcha zusammengemischt wurde. Er hieß „Jahresrückblick-Tee“. Ich würde diese Mischung als „Daifuku“ bezeichnen – Tee des großen Glücks, der im Neujahr extra gemischt wird und getrunken wird.

 

In frühem Japan war das Neujahr für Teemenschen eigentlich im November. Im November wurde der im Mai geernteten und über den ganzen Sommer gelagerten Tee von Bergen nach Kyoto gebracht und richtig feierlich eröffnet. Im November ist der Ro 爐 -Saison (im Boden eingelassenen Feuerstelle) auch eröffnet. D. h. der „Shincha 新茶“ ist erst im November erhältlich. So war es einmal. Heute erhalten wir den aller neusten Tee bereits ab April und Tee rund ums Jahr. Die Trennung zwischen Menschen und der Natur ist immer mehr spürbar, so dass der Saison-Wechsel wohl noch mehr künstlich zelebriert werden muss…

 

Nun zum Neujahr haben wir in meisten bekannten Teeladen wie Ippodo, Kanbayashi den Daifuku-Mischung. Das ist eine Mischung von Matcha (auch von anderem japanischen Grüntee), der nur im Neujahr erhältlich ist.

Eigentlich gibt es verschiedene Mischungen von Matcha, die sich Laden zu Laden variieren und unterschiedliche Namen tragen. Aber viele Läden laden amtierenden Teemeisters ein (bzw. bezahlen), ihre bestimmten Mischungen als „Favorit“ zu kennzeichnen. Diese von Teemeisters gesegneten Match-Mischungen lassen sich wohl besser verkaufen als „No-Star, No-Name“-Matcha. Man könnte sich an den Geschmack des „Meisters“ orientieren. Schließlich muss der Tee eigentlich uns gefallen und schmecken. Oft ist es auch „nur“ eine Marketingsstrategie. Geld haben die anderen dadurch verdient und den Geschmack hast Du allerdings nicht unbedingt…

Favorit von Oiemoto

Der Favorit vom ehemaligen Großmeister (15. Generation) der Urasenke Schule. Dieser Tee trägt den Name “ Blaue Wolken“ von Teeladen 一保堂 Ippodo.

 

 

Verschiedene Läden zeigen uns verschiedene Geschmacksrichtungen. Meine Teeschule Urasenke bevorzugt den Tee von 小山園 Koyamaen (man kann entweder diesen Tee direkt aus Japan kaufen, oder bei einer unbekannten Teefreundin Caroline in Würzburg siehe auch teeweg.de/ Deutschland kaufen). Meine Teelehrerin Miya verwendet lieber Kanbayashi (man kann bei ihr den beziehen http://www.miya.ch). Ich selbst, verkaufe „No-Name“ Matcha, den vom Teemeister Haas (ich habe ihm nur zum probieren degustiert, nicht bezahlt :-)) als recht gut gesprochen.

Jedenfalls sollte ein frischer Matcha schöne leuchtende Farbe zeigen, aromatisch (nicht flach) mit leichter bitterer Nuance haben, aber feinen lieblichen Geschmack im Gaumen hinterlassen. Kühl aufbewahren (am besten im Kühlschrank) und vorm Zubereiten unbedingt sieben.

DaifukuDer Daifuku Cha von Kanbayashi.

 

Chasenmaschine

Chasenmaschine

Suchst Du noch Geschenke?

Leider hattte ich vor Weihnachten zu wenig Zeit, zu bloggen. Teemeister Ulrich Haas hätte eine tolle Geschenksidee gehabt: eine elektronische Chasen – Matcha Besen für moderne Perfektionisten!

Oriental Beauty und die Geheimnisse der Kaiserin

Freundin Geli kam mich vor Weihnachten besuchen und reichte mir ein schönes Buchlein „Die Geheimnisse der Kaiserin. Fernöstliche Strategien für Frauen.“ Sie möchte mich gut beraten bevor ich in einer von Männer dominierten Gesellschaft wie Zürich runter gehe.

Wir tranken den frisch angekommenen Oriental Beauty. Lieblich, intensiv und unverwechselbar aber nicht dominant.

Der weg der Kaiserin

Ich blätterte das Buch kurz und merkte, dass die deutsche Autorin Krautwald über die Kaiserin Wu Zhao (Wu Zetian 武則天) schrieb. Sie hat in einem anderen Buch bereits über die Kaiserin beschrieben.

Zu Beginn der Tangzeit gelang der Konkubine Wu Zhao der Aufstieg zur mächtigsten Frau Chinas – der ersten und einzigen Kaiserin, die je in diesem Land herrschte. Die Kaiserin Wu war eine visionäre und unkonventionelle Politikerin, raffinierte Strategin und gleichzeitig engagierte Förderin der spirituellen Traditionen (Medizin, Daoismus, Zen-Buddhismus), dabei mehrfache Mutter, Gattin zweier Kaiser und Liebhaberin schöner Männer. Der „Medizinkönig“ Sun Simiao persönlich schrieb eine Anzahl von Rezepten für seine Kaiserin und erhielt kaiserliche Geschenke dafür. Die Kaiserin Wu setzte viele Änderungen alterhergebrachter Traditionen durch, vor allem auch zugunsten von Frauen. Insgesamt stach sie im Laufe ihrer Herrschaft in so viele politische Wespennester, dass sie aus Rache posthum zum sexuell unersättlichen und daher unweiblichen Monster deklariert wurde. Erst die moderne Geschichtsschreibung hat begonnen, die historische Bedeutung der Kaiserin Wu neu zu beschreiben.

Wu Zhao wurde in ihren Bücher als eine Alternative zu der Männer-Kaisers beschrieben und als eine „gelebte ideale Weiblichkeit“ gefeiert. Ich wunderte mich gewaltig über dieses neue Erkenntnis!

Wu Zhao, eine ambitionierte kaiserliche Konkubine, die die Stellung der damaligen Ehefrau des Kaisers übernehmen wollte und intrigierte gegen sie. Sie brach ihre frisch geborene Tochter um und wies der Kaiserin dem Schuld zu. Der Kaiser glaubte ihr und übergab ihr der Stellung der Kaiserin. Sie hatte mehrere Söhne, die intelligent und eigenwillig waren. Sie wäre nie an die Macht gekommen, wenn sie nicht ihre intelligenteste zwei Söhne politisch ermordet hätte! In ihrer Epoche war das Geheimdienst selten so aktiv und geschätzt. In ihrer Epoche war die politische Lage selten so angespannt. In ihrer Epoche war die Stellung der Frauen in China selten besser als sonst.

Die Strategie dieser Kaiserin als etwas besonders als „Fernost“? Spachlos trank ich den Oriental Beauty.

„Was ist denn deine Ideal für Weiblichkeit?“ fragte mich Geli. Ich dachte nach.

Neulich habe ich ein schönes Buch gelesen – leider auf Chinesisch von Zhang Yihe. Ein guter Schriftsteller bringt uns das Lebensgefühl anderer Persönlichkeit anderer Zeit nah, als ob wir sie selbst kennengelernt hätten.

Zhang beschrieb ein Peking-Oper Paar Ye Shengzhang. Ein charmanter und berühmter Oper-Sänger, der in der Kulturrevolution verfolgt wurde. Als ein junger gutaussehender Mann hatte Zhang unzähliche Romanze und uneheliche Kinder. Zhang interviewte Yes Kinder, wie ihre Mutter damit umging. Der Sohn ebenfalls ein Pekingsänger geworden, erzählte, dass seine Mutter eine besondere Persönlichkeit gewesen sei. Wenn sie wusste, dass ihr Mann andere Frauen wieder schwängerte, ging sie zu diesen Frauen. Sie verpach ihnen ihre jegliche Art von Unterstützung und lud sie zu Familiefest ein. Er kennt seine Halb-Geschwister und kommt miteinander gut aus. Es gibt nichts besseres als eine grosse Familie zu haben. Seine Mutter konnte über ihre Verletzheit und Schmerzen hinaus und handelte das, was für alle gut war. Sie heiratete diese Familie, liebte diesen Mann und liebte auch seine Kinder.

Als sie starb, sagte sie zu ihrem Mann. Er sollte wieder jemanden heiraten, damit jemand sich um ihn kümmern kann, damit er nicht allein ist. Er heiratete bald und liess sich bald darauf scheiden. Wieso? Ich denke, die Antwort ist einfach. Welche Frau könnte er wieder heiraten wie seine frühere Ehefrau, die nicht nur nach ihren Gefühlen handelt, sondern dem gemeinsame Wohl?

Natürlich ist Ye ein egozentrischer Ehemann gewesen. Dagegen verkörpert seine Frau ein Ideal der Weiblichkeit – das Gebende und Stärkere.

Ein Oriental Beauty ist ein hervorragender Tee, nicht weil sein Duft blendend und atemberauschend ist. Oriental Beauty ist schön, wenn sein Duft unsere Nase anhaltend und ergiebig umhüllt. Oriental Beauty ist hervorragend, wenn sein Aufguss nicht dominant, sondern sanft und geschmeidig ins Gaumen fliesst. Oriental Beauty ist unverwechselbar, wenn seine honigartige Lieblichkeit langsam unsere Härte und Kante schmelzt…

Wer hat gesagt, dass Frauen sich durchsetzen müssen? Wir müssen nur lernen, zu führen. Eine selbst bestimmende Frau lebt nicht in der Fremdbestimmung und bestimmt nicht Andere. Egal von welcher Kultur sie stammt. Man muss nicht alles „Fernöstliches“ verklären!

Buch

von Ulja Krautwald (sogar ein Grüntee-Buchautorin)

Ein Jahr Teeblog

Vor einem Jahr fragte mich Roger Fischer, ob ich in seinem „Kaywa“ ein Teeblog führen würde. Roger ist selbst ein zertifizierter Weinkellermeister und leidenschaftlicher Teetrinker. Er kannte mich gar nicht. Nur das Vertrauen durch Tee hat uns verbunden.

Damals war mir „Blog“ ein Fremdwort.

Heute bin ich eine Bloggerin.

Von 50 Personen bis über 600 Besucher am Tag. Und es ist nur ein deutsches Teeblog, kein Fussball-Blog.

Es gibt viele Schlüsselfiguren in unserem Leben, die uns auf dem Weg helfen. In meiner einfachen taiwanesischen Erziehung pflegt man dieses Bewusstsein und diese Dankbarkeit für diese Helfer des Lebens. Man ist nie allein unterwegs. Man erhält immer Hilfe von Aussen. Man ist erfolgreich durch Segen vieler anderen Menschen. Ich möchte mich hier bei allen Teefreunden und Blog-Freunden bedanken, die mich in letzem Jahr mit ihren Kommentaren, Beiträge und verschiedene Feedback begleiteten und das Blog bereicherten. Ohne Euch wäre ein anderes Blog entstanden, nur nicht „tee-kaywa.com“. Ich hoffe sehr, dass wir uns eines Tages beim Tee live kennenlernen könnten – vielleicht in meinem Teehaus! Ein Teehaus in Zürich wäre mein nächster Projekt. Ein Ort der menschlicher und kultureller Begegnung!

Tee spricht seine eigene Sprache, die anders als Werbungen und autoritäre „Sternchen“ ist. Tee erzählte uns, woher er kommt, wie er gemacht ist und wie er schmecken kann. Ich bemühe mich in diesem Blog, die Sprache des Tees zu vermitteln. Wir müssen keine Autorität glauben und keine scheinhafte Werbeslogen vertrauen. Wenn wir auf Tee zuhören können, verstehen wir ihn und werde mit ihm „einheitlich-sein“. Wenn wir uns mit Tee beschäftige, erkennen wir, dass Tee nicht nur Tee ist, sondern eine Tradition, die über den genusslichen Geschmack hinaus geht, viele Seele berüht und kulturelle Grenze übersprengt…

Liebe Freunde, vielen Dank! Lieber Roger und liebe Miriam, ich danke Euch für Eure Unterstützung!