Bu Lang Shan 布朗山 und der Junge in Melancholie

Bu Lang Shan 布朗山 und der Junge in Melancholie

Durch Bu lang Shan fuhren wir mit einem jeep und über drei Stunde gefährlich durch die Landschaft hoch und tief kurvten. Wir hatten nicht viel über Bu Lang Shan gesehen, aber viel Schatten von Teebäume, sehr viel Staub und ganze Menge Löcher auf der Strassen.
Der Tee aus Bu Lang Shan ist begehrt, weil Lao Ban Zhang dort liegt und die meisten Pflückgut aus diesen Regionen als Lao Ban Zhang Pu Er verkauft wird. Ein Tee, der oft versteckt und verdeckt wird. Ein Tee im Schatten.
So ein Tee, der unter dem starken Name von Lao Ban Zhang schattiert wird, oft als zweite Geiger betrachtet wird, kann allerdings eine überzeugende Präsenz selbst aufweisen.
Prägnante Duftnote nach Wald und ein Hauch von Kampfer, dessen Blätter wie nach einem Frühlingsschauer anfangen wohlriechende Nuance auszustrahlen, füllte den Mund und versetzte mich sofort an den Spaziergang zwischen den Teebäume und Gräser. Weniger streng, mehr integrierende Breite fühlt man sich von diesem Tee umarmend im Vergleich zu Lao Ban Zhang. Mehr Waldboden und erdige Note merkt man aus dem Aufguss im Vergleich zu den Lao Ban Zhang, der fast ähnlich wie elitären Haltung aussieht, wenn sein Aufguss zentrierte und Richtung aufweisende Energie vermittelt. Bu Lang Shan führt dich zu dem Ort, wo Du heimisch fühlt und dein Dasein spürt.
Spät Samstagnachmittag machte der Tim gerade einen Tuo Cha 1990. Sein Finger wurde von Messer gestochen. Der Tuocha ist hart. Es blutete. Trotz dem Schmerz, sagte der Junge, dass Shui Tang lebensverändernd sei. Warum? Weil er Freude am Aufstehen hat – an jeden Tag. Weil er sich dann überlegt, mit welchem Tee er aufsteht und sich darauf freut.
Ich war nicht in heller Stimmung, aber seine Wörter schenkte mir viel Licht. Er sagte, japanischer Teeraum, als wir vor zwei Wochen zusammen mit Ulrich Cha No Yu übten, vermittelte ihm ein Heimatgefühl. Auch der Tempel lächelte ihm an wie sein Heimat. Seine einfache und klare Aussage erhellte mich und dachte auf einmal an dem dunklen Waldboden von Bu Lang Shan. So breit und erdig wie das Heimat. Der Junge erzählte mir, dass der Tee und der Tempel oder der Teeraum die helle schöne Seite des Lebens sind.
Schöne helle Seite?
Was ist denn die dunkle Seite?
Der Junge sagte, es ist auch schön. Es sind eben schöne dunkle Seite!
Wie sieht die schöne dunkle Seite aus?
Er zeigte mir die zwei Bilder: das blaue Bild mit dem Titel: der Junge in Melancholie und das andere Bild im Wald.
Also! Plötzlich verstand ich, dass der Bu Lang Shan den Junge in Melancholie gut begleiten kann. Es ist ein Tee, der schöne dunkle Seite des Lebens willkommen heisst. Er beurteilt nicht, zeigt Dir keine Richtung und verlangt von Dir nicht ihm zu folgen. Aber er ist so breit und so bodenständig unbeirrt, wenn der Junge es will, findet die Hände wie die Seidenfaden von Ariadne, die ihm begleiten durch den Labyrinth des Lebens zu dem Pfad, wo er Schritt für Schritt einen Weg macht.

Bu Lang Shan Fladen aus Ge Xin Long Dorf, Jahrgang 2011, Produzent You, Jin Song aus Taiwan, Taoyuan.

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