Hua Shi 花事 – Eine Angelegenheit von Blumen

Man hat Schnee angekündigt.
Auch wenn ich immer noch nicht viel rieche, keinen Geschmack emfpinde, wenn ich diesen Regen fallen sehe, weiss ich, dass Päonie es nicht vergisst zu blühen und unter diesem Regen leidet. Fast jeden Tag ging ich in den Garten schauen, rettete die Blüte, die zu retten waren. Ich stelle die zarten seidigen Blumen ins Wasser. Keine überlebt nach einer Nacht. Keine.
Hannes hat einen traumhaften Garten voller Päonie. Auch wenn ich keinen Geschmack habe, will die Blumen besuchen gehen. Blacka wollte mit. Dann kam Emma. Dann tauchte plötzlich Yumi. Am Ende war noch Sandro dabei. Sie wollten alle mit mir Päonie schauen gehen. Was für eine geschmacksvolle Angelegenheit? Mein Körper war in Zürich, aber mein Geist schwebte in einer anderen Zeit.
In der alten Zeit von China und Japan versammelten sich die geschmacksvollen Menschen um Schönheit des Lebens zu zelebrieren. (das Wort Geschmack – Feng Liu, wird in unserer Kultur anders verstanden. Es ist nicht die Menschen, die schönen Dinge tragen, besitzen und zeigen, sondern Menschen, die das Leben schön und sinnlich gestalten.) Man trifft sich zum Beispiel um Päonie zu bewundern.
Wir gingen zu Hannes. Es war kalt und leicht regenerisch.
Als Hannes unsere Mannschaft sah, hat nur gelacht – ja, Menglin hat immer eine Überraschung bereit. Er zeigte uns den blühenden Garten im leicht flüsternden Regen. Ich hörte wie Yumi seufzte, „wer hätte gedacht – das mitten in Zürich!“ „Wer hätte gedacht – dass wir heute zusammen diesen Blumengang machen? Wie ein Traum, nicht wahr?“ Ja… wie in der alten Zeit, es ist bloss hier und jetzt in Zürich!
Sie sagte mir, dass sie unbedingt zu mir gehen wollte und wusste, dass es ihr danach gut gehen wird. Ich stand zwischen den Blütenmeer, spürte unglaublich viel Anmut und Liebe. So standen wir alle in dem Zürcher Berg und genoss den einmaligen Augenblick unter den Blüten. Einmalig… Es kommt nie wieder zurück.
Die Päonie blühen, egal wie der Wind schimpft und wie der Regen tadelt. Sie wissen nur zu blühen, Jeder Schritt, den ich trete, jeder Atmungszug, den ich nehme und jeder Augenblick, den ich wahrneme, werden von dem Farbepracht und dezenten Duft gefüllt. Überall sind Päonie. Ich wurde ambivalent. Kann das Leben so verschwenderisch sein, wie diese Blumen grosszügig meine Sinne sättigen und mein Verlangen nach Schönheit befriedigen! Kann das Leben noch so schön bleiben, wenn diese Nacht vorbei eilt? Was ist dann, wenn niemand diese Blumen zu bewundern kommt? Verwelken sie in der Einsamkeit?
„Onejiang, was sollen wir machen? Hier eine Flasche Sake aufmachen, trinken bis wir betrunken werden? Dann können wir ein bisschen singen ohne Karaoke oder irgendein Gedicht schreiben ohne Form.“ ich seufzte – das Leben ist so komplett im Hier und Jetzt.
Hannes sagte, es sei kalt und nass. Also meine Idee war bloss ein Traum. Ausserdem lag eine Flasche Champagner im Kühlschrank.
Der Regen fiel. Die Nacht kam an. Die Blumen verschwanden in dem Moment, als ich Richtung Wärme lief.
Ich wünsche der Regen entscheidet sich rasch, ob er schneller vorbei zieht. Er sollte nicht zörgern. Seine schleichende Schritte würden mir weh tun. Päonie verträgt es nicht. Sie werden fallen.
Hannes war grosszügig. Er gab mir den von unserer Teereise nach Taiwan selbst gemachten Si Ji Chun aus 2009. Süss, blumig und gesprächig. Der Tee rundete den geschmacksvollen Abend.
Während ich auf den Weg nach Seebach fuhr, dachte immer noch an dem schönen Spruch meiner Vorfahren: Unter den Päonie zu sterben ist eine geschmacksvolle Tat!
Eine Angelegenheit von Blumen – eine Angelegenheit von Leben…

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