暗香 Der Duft aus dem Schatten

暗香 Der Duft aus dem Schatten

頻相顧
ich schaue immer wieder zurück
餘歡未盡
es ist eigentlich vorbei
卻去且流連
ich sollte gehen, meine Schritte schreiten nicht.
秦觀 Qin Guan, Song Dynastie, China

Nachdem meine Kraft allmählich zu mir kam, war der Besuch bei meinem Lehrer wie ein Lichtstrahl. Ein Lichtstrahl, weil ich wieder nur ich sein kann. Es besteht Hoffnung…
Ich habe viele Teemuster gesammelt und ist bereit mich wie ein Anfänger zu fühlen. Wir haben viele Anxi Tie Guanyin unter die Lupe genommen. Auch wenn ich recht stolz war, was ich nun gefunden habe, lächelte Atong bloß und fragte, ob ich wirklich etwas sehen will, was wirklich einmalig ist? Er brachte mir einen von ihm per Aufrtag erzeugten Tie Guanyin Anxi. Ein sehr leiser Tee, sagte ich fraglich. Ja, antwortet er. Nach 15 Minuten sagte der Tee immer noch kein Wort zu mir. Was ist das eigentlich? Bin ich wirklich ein Anfänger? Er goss einen anderen Oolong von Lala Shan. Ein Guifei Hochlandsoolong, von Zikaden befallen und aus verwilderten Garten. Wieder so einen! Leise, aber präsent. Fein strukturiert, beständig im Aufguss und sanft im Umgang mit unseren Sinne, bloß nicht vordergründig sein, bloß keine Sehnsucht zu erwecken – einfach sein. Einfach sein… Mein Herz wurde glasig und meine Augen ebenfalls.
So einen hätte ich übersehen. Ich hätte.
„Menglin, Tee zu verstehen ist wie eine Lektion über das Leben nachzudenken. Junge Menschen oder Menschen im glatten Lebensweg verstehen den Tee anders als wir.“ Sie lassen sich zu stark beeindruckt von bunten Erscheinungen und Konventionen. Der Duft aus Schatten sei das was ihm fesselt… Anstatt der betäubenden Duft aus der Helligkeit.
Am einem Abend, beim Sonnenuntergang weht eine Brise frischer Wind aus dem Schatten hinter uns. So beschrieb er… Der leise subtile Duft von den schattigen Hecken erreicht unsere Riechweite. Die Brise ist vorbei, der Duft wirkt wie Schatten in unserem Gemüt und es schattiert alles.
Der ruhige Lala Shan ist leise. zwischen den seidigen Textur spürte ich Neroli im Brise.
Atong sagte, so ein Tee ist wie das Verliebtsein. Man merkt es erst Nachhinein. Das leise Süße und blumige Emotion erreicht uns oft vor dem Bewusstsein. Oft ist es schon zu spät. Es wirkt so präsent wie das Schatten in uns schattiert. Man sollte gehen, aber die Schritte schreiten nicht.
Langsam glaubte ich es zu verstehen.
Ich schmeckte eine Veränderung meines Lehrers und meine.
Ist es die Hoffnung, was der 15jaehrige Tim mich einmal fragte?
Beim den letzten Gespräch in Shuitang am heiligen Abend handelte sich um Tod und Organspende. Ich habe die Weisheit nicht, diese Debatte mitzureden. Aber Tod ist für mich anders. Tod ist ein Tor. Das, was wir in diesem Leben nicht gelebt haben und unerledigt bleibt, nehmen wir durch das Tor ins nächste. Wir werden gezwungen bei nächsten Wiederholung zu erledigen. Das ist ähnlich wie, was was wir in diesem Jahr nicht erledige, mit ins nächsten leben müssen. In der chinesischen Vorstellung ist das Leben eine Hoffnung, gewisse Veränderung jetzt zu vollziehen anstatt weiter mit diesem Rücksack zu reisen ins nächsten. Ich habe mein Leben egoistisch genug gefuehrt, immer das getan, was wahrhaftig ist für mich und das gesagt, was ich wollte. Es gäbe nichts zu bereuen. Wenn ich weiß, dass jetzt das Ende ist, würde ich mein Konto plündern, Feste feiern.
Ich habe viel Gepäck, was ich mit ins 2013 mitschleppe, auch wenn ich vieles erledigt haben wollte. Es ist eben wie das Schatten aus der Dunkelheit, unbewusst bleibt der Duft ins mir. An diesem Erkenntnis ahne ich, dass das Leben hoffnungsvoll ist. Weil man sich verändert. Was vorher unmöglich und unerkennbar scheint, ist heute eine Hinweise des Weges. Der Kampf, den ich gegen das Schatten fuehrt, fuehrt zu mir selbst.
Ich werde auf meinen Weg, der mutig in die Dunkelheit schreitet, immer meinen Lehrer sehen und paar Weggefährte begleiten.
Der Duft bleibt.
Mein Lehrer testete gerade Leckerli. Sein Gesicht sah recht kritisch aus…

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