sencha und dongpian煎茶與冬片

Dongpian, eine ganz spezielle Bezeichnung eines Saisons von Formosa Oolong.
Normalerweise fallen die Teebäume nach der Winterernte ins Winterschlaf ein. Manchmal kommt unerwartete warme feuchte Front aus dem Pazifik und warme Sonne kehren in manche Orten Formosas zurück. Tagesüber sonnig und nachts eiskalt. Teebäume werden erweckt und getäuscht. Sie dachten, Frühling sei vor der Tür. Diese Ernte aus getäuschten Teebäume, ist unerwartet und unberechenbar. Diese Ernte heisst Bu Zhi Chun 不知春 – der Tee, der nicht weiss, was Frühling ist.
Bu-Zhi-Chun heisst auch Dongpian – das Blatt des Winters. Er riecht intensiv, aromatisch und schmeckt distanziert elegant.
Wie unterscheidet sich dieser Dongpian mit der Ernte von Winter?
Wir degustieren sie anstatt nur über sie zu reden. Gleichzeitig degustieren wir auch Sencha Unsui (Uji, 2010) und Guzhang Maojian (Hunan China, 2011)
Wir hatten vier verschiedene Tees: Alishan Jinxuan Dongpian 2010 Dezember, Alishan Jinxuan 2010 Winter; Sencha Unsui 2010 und Guzhang Maojian 2011 April.
Jörg sagte, dass der Dongpian Alishan ihm viel besser schmeckt. Ich nickte. Aber was heisst das? Er versuchte seine Empfindung mit Bilder zu erfassen: süsser und stärker.
Ich erwiderte: der Dongpian-Alishan ist für mich tiefer, intensiver und gebündelter; während der Winterernte-Alishan breiter, leichter und schwebend schmeckt und riecht. Wer gerne die Intensivität eines Tees und die eindrücklichen Aromen des Hochlandsoolong erleben will, ist ein Dongpian Alishan nicht zu verpassen. Durch die starke Schwankung der Tagestemperatur werden manchmal Teeblätter geschädigt. Die kalten Nächste begünstigen die Produktion überhaupt nicht. Im Gegenteil, nur erfahrene Teemaker können damit umgehen. Somit ist ein gut gelungener Hochlandsoolong-Dongpian eine wirkliche Rarität!
Ich roch das Süsse an dem Degustationslöffel und befand mich bereits in blühenden Blumenwiesen im Engardin!
Viele Besucher in Shui Tang staunen immer über die Ähnlichkeiten zwischen Sencha und Guzhang Maojian. Ähnlich? wenn wir die beiden Tees paralell degustieren würden, stellen wir zwar die Ähnlichkeiten fest, aber auch die Differenzen.
Sencha öffneten seine Blätter rasch im Aufguss. Wir können keine klare Struktur an Blätter des Senchas feststellen. Wir sahen nur brüchige Blätter. Guzhang Maojian hingegen zeigten uns schöne Blattstrunktur und seine schlanke Form. Wie soll man die Unterschiede zwischen den Geschmäcke beschreiben? Jörg fragte mich, wie?
„Ich würde den Geschmack des Senchas eher wie Grass und gekochte Blätter bezeichnen; während Guzhang Maojian die frische gekochte Erbsen oder Hüselfrüchte.“ Die 6 anderen Augen leuchteten vor mir. Der Geschmack des Senchas erinnert mich an meine Kindheit als ich Hexentrank in unserem Hof des alten Hauses schuf. Meine kindliche Nase roch zermaschte Grass und der Saft von gepressten Wiesenblumen verzauberte mich ins Alice Wunderland.
Ich griff nach dem Guzhang Maojian, Schluck für Schluck, er löschte mein inneres Feuer nach Wissen und Wachsen. Minutenlang spürte ich die Ruhe. Ich bin nicht mehr das träumende Mädchen in dem verlassenen Hofgarten. Ich lebe meinen Traum und weiss, das innere Feuer die treibende Kraft ist, für weitere Träume.
Und zwischendurch brauchen wir alle die Ruhe.

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