Kiefernadel sind für immer grün 松樹千年翠

Häufig wurde ich gefragt, was heißt ein richtiger erzeugter Tee? Ist es nicht so, dass Geschmäcke sich verschieben und alles relativ ist? Ist es nicht so, dass Meinungsverschiedenheiten nebeneinander existieren – vor allem in einer multikulturellen Gesellschaft?

Am vergangenen Sonntag trafen viele Landesleute aus Taiwan zur Erinnerung des Massakers am 二二八事件 28.02. 1947. Shui Tang 水美堂 war ein Oase eines kleinen Diaspora Taiwans in einer kleinen Stadt zwischen den Bergen Schweiz. Der Botschafter war anwesend, Angehörige des Opfers waren da und die Schriftstellerin des Berichtes über das Massaker war ebenfalls anwesend. Es war ein Tag der historischen „Zufall“, der nie mehr passieren sollte. Wenn es Zufall sein sollte, wäre es nicht zu vermeiden. Wenn es eben nicht Zufall war, dann könnten wir etwas dagegen tun – durch unsere Reflexion.

Jedes Schicksal ist so verstrickt in seinem Denken und Fühlen mit seiner Leute und mit seinem Boden. Jedes Schicksal ist verwickelt mit dem anderen, sei es Freund oder Feind nur wegen dem Zufall einer Epoche. Wegen dem Zufall einer Epoche ist man gezwungen eine Rolle einzunehmen, die einen zu Tod oder am Leben führt. Wegen Zufall einer Epoche ist Handlungsfreiraum so bestimmt, dass man Opfer oder Täter werden kann.

Eine Insel im Pazifik erregte zuerst kaum Aufmerksamkeit von dem mächtigen Nachbar Chinas. Diese Insel fand nur Interesse bei den kolonialen Mächte wie Spanien, Holland, Frankreich, England und Japan. Diese Insel wechselte von diesem Herrscher zu jenem, die Menschen auf dieser Insel wird von dieser zu jener geschoben. Bei jedem Machwechsel wird neue Sprache gelernt, neue Identität gestiftet. Menschen können sehr lernfähig sein und die Taiwanese sind so zäh…

„Wer sind wir denn?“ war eine Frage nicht zu beantworten. Mit dieser Frage ging ich ins Ausland. Als ich 18 in London zum ersten mit dem wahren „Chinese“ konfrontiert war, wurde ich zutiefst erschüttelt. „Wer bin ich und wer sind wir?“ Mein Großvater schüttelte seinen Kopf und mein Vater schwieg.

Später hörte diese Frage auf, denn ich bereits für mich eine Antwort gefunden habe. Ich weiß nicht nur, wer wir sind, sondern auch wer ich bin. Aber, was kann ich dafür tun, so dass diese Insel nicht mehr wie eine Schachfigur hin und her geschoben wird? Oder zumindest, es ist keine einfache Verschiebung und es kann die Hände, die das Spiel beherrschen, wehe tun!

Im Neujahr wird immer in Teezusammenkunft gerne eine Schriftrolle aufgehängt:

Songshu Qiannian cui 松樹千年翠

Bu Ru Shiren Yi           不入時人意

Die Kiefernadel ist für immer grün;

während es den zeitgenössischen Menschen nicht immer gefallen.

„Was ist denn das, was die Zeit überdauert? Was ist das, was die Grenze überschreitet?“ das frage ich gerne zurück, wenn man mir die erste Frage stellt. Geschmäcke verschieben sich und die Trends wechseln sich schnellsten. Was machst Du in so einer Zeit und wie pflegst Du Deinen Geist in diesem Wechsel? Wie die Farbe von Kiefernadel? Oder wie das Cover einer Magazin?

Was ist das, was uns in Höhe und Tiefe des Lebens hält? Ist es, was wir haben? Oder ist es, was wir als „sein“ verstanden haben?

Wie schafft denn ein Volk, das immer zwischen fremden Interessen überleben muss und auf der Suche ist, nach dem „sein“?

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