大葉烏龍 Daye Wulong

Ein fast vergessener und verlorener Daye Oolong wächst zum Glück noch beim Teebauer Gao in Shiding. Er wollte mir nie verkaufen. Seit mehr als fünf Jahren wolte ich diesen nur in Bücher dokumentierten Tee live probieren. Er hat mir immer verweigert. Die kleine Qauntität und sein langjähriges Versprechen bei einem Kunde, der jedes Jahr die ganze Ernte „wegräumt“, macht meinen Wünsch so unmöglich.

Dieses Jahr rief er mich an und sagte, „Menglin, ich habe für Dich welche beiseite gelegt. Es sind nur 3 Kgs. Aber immerhin…“

Seit mehr als fünf Jahren kann ich diesen Tee endlich in einer kleinen Quantität zu erhalten. Gestern kam er an und ich schnitt ganz vorsichtig die Tüte auf. Kurz liess ich die Teeblätter frische Luft in Zürich einatmen und giesse ich den Tee auf.

Der Duft war so erfrischend, anmutig und blumig. M. kam ins Haus und nahm die Tasse ohne zu fragen. Sofort wurde der Tee weg. Ich schrie fast dabei. Nur den Duft konnte ich einatmen, aber der erste Aufguss meines Traumtees konnte ich gar nicht kosten…

Daye Oolong stammt ursprünglich aus Anxi, wurde 1731 bereits entdeckt. Sein Name bekommt er wegen seinem grossen und dicken Blatt. Da der Baum nicht viel Blattgut dem Menschen gibt, wird dieser Baum immer mehr von dem Teegarten verbannt. Obwohl er flexibel und immunstark ist und braucht kaum Gift, um zu überleben, wurde er immer mehr von dem Markt aussortiert. Dieser Baum ist geeignet für Grüntee und Oolongtee. Bei der Herstellung zum Oolongtee wurde er stärker welken lassen, so dass die Feuchtigkeit der Blätter stark ausgedünstet wird und eine interessante anstatt grasige Aroma entstehen kann.

Herr Gaos Familie rollte die Blätter vom Daye Oolong wie von einem Baozhong. Der Geschmackt ist trotz dem langen starken Welken unter niedrigen Temperatur sehr frisch, mild und aromatisch. Er hat die frische Leichtigkeit eines Hochlandoolong, aber die Anmut eines lebendigen Mädchen. Heller eleganter Aufguss, frischer Duft und blumige Aroma würde ich ihm beschreiben.

Dayei Oolong

Daye Oolong in einem Teegarten Taidong.

4 Gedanken zu „大葉烏龍 Daye Wulong

  1. Florian

    hallo

    schön, dass du diesen Tee bekommen hasst. Geduld lohnt sich eben oft.
    Meisnt du, dass du jetzt den Tee für die nächsten 5 Jahre bekommst???
    Ich finde es auch schade, dass so eine feinfühlige Frau das Haus teilt mit so eine grobe, egoistischen person(M) der dir einach den Tee wegschnappt.Vielleicht sollte der ein bisschen „Anstandstee“ trinken.
    Wann und wo wird der Tee erhältlich sein? Wird sicher teuer wenn das Angebot so klein ist.
    bey

    florian

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  2. Suzanne

    Gerade habe ich diesen schönen Tee bekommen, und auch gleich probiert!

    Zu Anfang wollte ich ihn nicht zu stark aufbrühen, und habe den ersten Aufguss nur 10 Sekunden ziehen lassen. Es ist wohl zu kurz, der Aufguss war ziemlich leicht – aber hatte schon viel Geschmack, und vor allem DUFT…

    Der erste Eindruck: ein bisschen wie Paochung. Sehr leicht, fruchtig und überhaupt nicht grasig. Dann habe ich aber auch eine Note herausgeschmeckt, die ich nur im Buddha-Hand finde, und nicht im Paochung. Ich kann leider nicht beschreiben, wonach das schmeckt: ein mir unbekannter Geschmack, aber sehr fein und angenehm. Fruchtig, aber ich wüsste nicht, welche Frucht. Ich bin mir nicht sicher, dass es die selbe Note ist wie im Buddha Hand, aber irgendwie erinnert es mich daran.

    Den nächsten Aufguss lasse ich mal länger. Bin schon sehr gespannt!

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  3. Suzanne

    So, jetzt hab ich mal 30 Sekunden ziehen lassen (ich mag leichten Tee – wenn er bitter wird, mag ich´s gar nicht! also vorsichtig rantasten…).

    Das Ergebnis ist jetzt ganz anders als beim ersten Aufguss. Die Ähnlichkeit zu Paochung ist fast nicht mehr da. Es kommt eine blumige Note heraus – ganz schwer zu beschreiben… und man spürt auch eine Röstung, aber das ist eine sehr außergewöhnliche Röstung. Sie ist zwar präsent, aber sehr, sehr fein. Nicht zu vergleichen mit dunklem Oolong – diese Röstung hier bringt, finde ich, das Blumige noch mehr heraus bzw. unterstreicht es.

    Schwer, so ein Geschmackserlebnis zu beschreiben! Am besten: selber probieren, es lohnt sich!

    Viele liebe Grüße,

    Suzanne

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  4. Menglin

    Liebe Suzanne, Deine Zuwendung und Begeisterung zum Tee bereichern unser Erfahrungshorizont und unseren Teeerfahrungen. Wir – alle Teefreunde danken Dir!

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