„Geischa“ 藝妓 und Tee

Hast Du den Film „Geischa“ von Hollywood (Rob Marshall) gesehen? Weiß Du, was eine Geischa 藝妓 ist?

In der chinesischen und japanischen traditionellen Gesellschaft pflegte man eine spezielle Tradition von Unterhaltungskultur, die in Europa nicht gab und gibt. Geischa sind solche Entertainerinnen, die japanische aristokratische Gesellschaft unterhielten – mit ihrer künstlerischen Fähigkeit , nicht mit ihrem Körper.
Zweifellos waren alle Geischa schön. Aber nicht ihre Schönheit macht eine Frau zu einer erfolgreichen Geischa, sondern ihre Kunst im menschlichen Umgang, in Beherrschung verschiedener Kunstgattungen und in ihrer Selbstbeherrschung. Sie unterhielten einsame männliche Oberklasse und waren Projektionsfläche der männlichen Egos.
In damaliger Gesellschaft waren Ehen und Liebe häufig nicht miteinander zu vereinbaren. Dies war in Europa allerdings ähnlich. Die Ehe war ein Mittel zur Erweiterung familiärer Besitztümer und Regelung der Erbschaft. Erst mit der Entstehung der bürgerlichen Gesellschaft im 18. Jahrhundert war Liebe in der Ehe denkbar. (Lessing veranschaulichte diesen Prozess mit seinem Trauerspiel “ Miss Sarah Sampson“.) In altem Japan suchten einsame abenteuerliche männliche Seele Liebe in den Geischas und Geischas in ihnen. Eine Liebesbeziehung zwischen Geischa und ihrem Gönner ist eine offizielle Angelegenheit. Treu und Verantwortung waren das höchste Gebot. Ein Mann, der bereits eine eigene Familie gründete und gleichzeitig eine Geischa als halbe Frau erklärte, übernahm Verantwortung für beide Pateien. Eine Geischa, die bereits einen „Mann“ hatte, arbeitete trotzdem weiter als Entertainerin. Geischas waren wohl die einzige weibliche Gruppe, die frei waren, ihren Mann auszusuchen und ihren Beruf auszuüben.
Geischa von Rob Marshall
Filmwerbung von Geisha – eine schöne schwarzhaarige Geischa mit blauen (Schlitz-)Augen…

Geischas leben weiter in der neuen Zeit und neuen Welt. Sie fungieren als eine Projektionsfläche im Westen für erotische exotische Phantasie. Geht es wirklich um die Geischas in feudalistischer japanischer Gesellschaft? Oder geht es um die Geischas, die bereits als erotische Figuren in den Köpfen der westlichen Menschen leben?
Geischa und Tee haben hier etwas Gemeinsames: Sie besitzen zwar eine eigene Geschichte, aber werden von ihrem historischen Kontext herausgerissen. Anschließend werden sie mit verschiedenen Bedeutungen und Kategorien hinzugefügt. Tee wird zum Trendgetränk. Neue Zürche Zeitung bestätigt, dass Tee „das meist konsumierte Getränk der Welt“ sei. (14. Okt. 2005) Grüntee sei gesund, „wellness“ und geheimnisvoll etc. Mich verwirren oft Werbungen und Teebücher über Tee. Geht es um den Tee selbst oder um die hiesige Vorstellung von Tee?

Ein Gedanke zu „„Geischa“ 藝妓 und Tee

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