Pu Er Tee 普洱茶

Pu Er Tee wird immer bekannter in Europa und als Fett-Killer vermarktet. Viele Pu Er probiert haben, haben das Gefühl, etwas aus dem Kuhestall geschluckt zu haben.
Wieso lieben Chinesen diesen Tee? Oder, ist der Pu Er, den Chinese trinken etwas anders als den, was man hier bekommt?
Ich habe oft Berichte von sogenannten Experten über Pu Er gelesen, sie schreiben, dass Pilzbefall bei Pu Er erwünscht sei!
Dieser Tee wird so geheimnisvoll vermaktet, weil man einfach zu wenig von ihm erfahren kann!
Ein ursprünglicher Pu Er ist ein Grüntee 滇青aus Yunnan, Südchina. Dort pflegt man den Umgang mit Tee seit mehr als Tausend Jahren. Pu Er Tee war schon in Sung-Dynastie bekannt und wurde in Qing Dynastie (1644-1911) als kaiserlicher Tribut Tee ausgenommen. Der beste Pu Er wird im Frühling gepflückt und zuerst zum Grüntee verarbeitet und anschliessend gedämpft, gepresst und getrocknet. Nach einiger Zeit, wenn man ihn trocken und gut lagert, verändert sich der Geschmack des Tees – wie ein edeler Cognic oder guter Rotwein.
Ein junge grüner Pu Er ist wild. Wenn wir ihn aufgiessen, vermittelt er uns das Bild des Wildnisses in Yunnan und Vietnam. So wild, fast ungeniessbar. Nach 3-5 Jahren Reifung könnte man ihn lange antasten, geniessen und Freude an ihn haben. Er wird milder, sanfter, eleganter.
Wenn man ihn allerdings nicht gut lagert, kommt die Feuchtigkeit rein, schmecht er muffig und hat Schimmel. Solche Pu Er sollte man lieber seinen Finger weglassen.
Da man immer mehr Pu Er schätzt, ist eine künstliche Methode in Guangdong im 60er Jahren entstanden, ihn künstlich bei der Veralterungsprozeß zu helfen. (Chinesen sind Schlau) D. h. man setzt Feuchtigkeit zu und lässt den Tee liegen. Es fängt eine Vergorungsprozess statt. Wir können uns auch ein Bild von Kompositieren machen… Solche Tees kommen hauptsächlich nach Europa. Auch in Taiwan findet man oft solche gefälschte Pu Er Tees…
Wenn der Pu Er muffig riecht und Pilze aufweist, bitte lass Eure Finger weg!

Kaiser Kangxi von Qing-Dynastie
Kaiser Kangxi der Qing-Dynastie
Yunnan
Yunnan, China

3 Gedanken zu „Pu Er Tee 普洱茶

  1. Stephane

    Tollen Blog hast Du! Schön, daß Du den Deutschen mehr über Gongfu Cha beibringst. Die scheinen nur von grünem Tee was zu halten weil es gesung ist, nicht weil es toll schmeckt.

    Ich lerne Cha Dao mit einem Taiwanesen (siehe mein Blog, leider nur wenig auf Deutsch, am Anfang im Archiv) in Taiwan. Vielleicht kann ich etwas hinzufügen/korrigieren:

    Künstlich fermentiertes Puer wurde Anfang der 1970er (1972-1973) erfunden (wahrscheinlich zählst Du die Jahren wie in Taiwan: Zhonghua Mingguo 60 Nian = 1971). Dadurch kann man den Puer schneller reifen und trinken. Es gibt mehrere Varianten dieser Methode. Viele Varianten geben leider schlechte, verschimmelte Puer her. Aber es kann auch ziemlich gut schmecken, wenn gut gemacht.
    Die besten sind aber solche die natürlich und langsam alt wurden. Dabei kann 70-80% Luftfeuchtigkeit (wie in Taiwan oder Guangdong) zugute kommen und die Postfermentation antreiben ohne den Tee zu strapazieren.
    Es würde mich interessieren zu wissen wie gut Puer im trockenen und kalten Deutschland reift…

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  2. Menglin

    Ich freue mich serh, es von Dir zu hören!
    Ich schreibe, dass man in 60er Jahren eine neue Methode erfunden hat, um Pu Er künstlich beschleunigt zu produzieren. Nach Meiner Quelle ist die Methode Ende der 50er Jahren schon bekannt. Richtig damit zu produzieren fand erst in den 60er Jahren statt. 1973 ist das offzielle Datum, obwohl der Verfahren viel früher angewendet wurde. (Siehe Lei Ping Yang, 2003)
    Der Geschmack des künstlich veralteten Pu Er könnte gut sein. Dagegen kann man nicht aussprechen. Das ist ein Geschmackssache. Mir geht es nicht um den Geschmack, sondern um die Originaliät und Ursprünglichkeit. Aufgrund der wirtschaftlichen Interesse verwendet man die moderne Methode und behauptet, dass dieser Pu Er der Pu Er sei. Der urpsrüngliche Pu Er wird verdrängt. Vor allem lernt man im Westen den Pu Er auf diese Art und Weise kennen und Missverständnisse werden Wahrheiten.
    Meine Interesse, diesen Teeblog zu führen ist, das Wissen, weiter zu vermitteln und Missverständnisse, die schon im Westen verbereitet sind, zu klären. ich hoffe, als einen Brücke zwischen beiden Kulturkreisen dienen zu können!
    Ich freue mich, einen Weggefährte hier online treffen zu können! Es wäre schön, wieder von Dir etwas zu hören!

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